You are currently viewing Zusammenfassung EV Füssen Fanstammtisch

Zusammenfassung EV Füssen Fanstammtisch

Der EV Füssen hat zum Online-Fanstammtisch eingeladen, um seinen neuen Trainer Janne Kujala vorzustellen und über das aktuelle Geschehen rund um den Verein zu informieren. Das tat er dann auch in Person der beiden Vorstände Lukas Jentsch und Thomas Zellhuber, ausführlich und fast zwei Stunden lang. Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Vergangene Saison

Eine Spielzeit mit der schwierigsten Phase seit Vereinsgründung liegt hinter dem EVF. Sportlich hatte man in einer an der Spitze weiter aufgerüsteten Liga von Beginn an mit vielen Verletzungen zu kämpfen, dazu kam im Dezember auch noch die finanzielle Problematik – eine Auswirkung der sportlichen Situation und der neuerlichen Einschränkungen auf Grund der Corona-Situation. Trotz des Abgangs der Spieler Andrei Taratukhin und Dejan Vogl, für die auf Grund der angespannten Lage kein Ersatz geholt werden konnte, schaffte das Team den zehnten Platz und die Pre-Playoffs, was gleichzeitig auch den sportlichen Klassenerhalt bedeutete. Eine tolle Leistung, denn die meist berufstätigen Spieler mussten wochenlang drei Partien pro Woche absolvieren, oftmals nach Feierabend gegen Profimannschaften. Am Ende zahlte sich der große Einsatz der Mannschaft aus.

Finanzielle Lage

Im Dezember ging der EVF auf Grund der angespannten Situation an die Öffentlichkeit. Bis zu 75 Prozent der Zuschauereinnahmen waren weg gebrochen, außerdem war unklar, wie und wann es wieder staatliche Hilfen geben wird. Hier wurde von Anfang an offen mit dem Umfeld und den Spielern kommuniziert. Dank der großen Unterstützung und Spenden von Fans und Sponsoren konnte diese Phase überstanden und anfallende Zahlungen geleistet werden. Erst im März gab es dann die Auszahlung der Coronahilfen, allerdings nicht im Umfang des Vorjahres. Dennoch ist der Verein bis heute allen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen. Dies war auch durch umfassende Sparmaßnahmen möglich.

Verträge mit der Stadt Füssen

Dem Verein wurden jüngst sämtliche Verträge für die Nutzung von Stadion, Gaststätte und Kiosk gekündigt. Der Hintergrund ist hier die angespannte Finanzlage der Stadt Füssen, welche eine Erhöhung möchte. Für den EVF würde das Mehrkosten von ca. 15.000 bis 20.000 Euro bedeuten, ein relativ großer Posten im eh schon klammen Haushalt des Vereins. Hier ist man nun im engen Austausch mit den Verantwortlichen, um eine akzeptable Lösung zu finden. Die Stadt ist ein Partner und Unterstützer des EVF, der mit seiner Nachwuchsarbeit einen wichtigen sozialen Auftrag erfüllt. Der Eissportverein zahlt jährlich einen höheren fünfstelligen Betrag und investiert auch in Eigenleistung in die Infrastruktur des Stadions wie z.B. bei der Kabinensanierung. In den letzten sechs Jahren hat sich das Thema Instandhaltung für den Verein so zusammen auf eine sechsstellige Summe belaufen. Vor diesem Hintergrund ist man positiv gestimmt, eine Einigung erzielen zu können.

Nachwuchsarbeit

Neben dem Klassenerhalt sämtlicher Teams ist vor allem der Zulauf bei den Anfängern sehr erfreulich. Dank der Arbeit von Andreas Jorde wurden so viele Kinder wie noch nie vom EVF zum Sport gebracht. Dadurch konnten auch 100 neue Mitglieder gewonnen werden. Mit Martin Schweiger wurde der neue Trainer im Bereich U11 bis U15 vorgestellt. Das DEB-Nachwuchsprogramm schreibt hier einen hauptamtlichen Trainer vor. Der Eissportverein konnte im Vorjahr erneut vier Sterne erreichen und gehört damit zu den erfolgreichsten Oberligisten, nur Regensburg kann alle fünf Sterne vorweisen. Das Erreichen des fünften ist zwar ein langfristiges Ziel des EVF, jedoch keines, das ein absolutes Muss ist. Grundsätzlich will der Verein Spieler entwickeln, umso mehr und höherklassig ausgebildet desto besser. Vor diesem Hintergrund betrachtet man die Entwicklung der Oberliga auch etwas mit Sorge, denn trotz der auf einer Versammlung der Oberligisten getätigten Aussage, eine Ausbildungsliga zu sein, verfolgen diese Ausrichtung nur einzelne Vereine. Die bestehenden Kooperationen mit Kaufbeuren und Schongau bieten die Vorteile, dass eigene Nachwuchsspieler aus der DNL2 Spielpraxis erhalten und so einfacher als in der Oberliga an den Seniorenbereich heran geführt werden können. Auf der anderen Seite, dass DNL1 erprobte Spieler bei Bedarf in der ersten Mannschaft eingesetzt werden können, hierbei ist auch der regionale und dadurch finanzielle Aspekt zu beachten.

Erste Mannschaft

Es wurde klar gestellt, dass ein großer Fokus immer auf der ersten Mannschaft liegt. Die Gespräche mit Spielern laufen auf Hochtouren, erste Verpflichtungen können wohl schon in nächster Zeit bekannt gegeben werden. Es ist klar, dass einiges getan werden muss, um den gestiegenen Anforderungen in der Oberliga gerecht zu werden. Innerhalb der letzten drei Jahre gab es einen großen Sprung in der Qualität der Liga. Der Weg des EV Füssen bleibt aber der duale Weg, den Spielern neben dem Eishockey Beschäftigungen zu geben. Die große Aufgabe ist es nun, eine semiprofessionelle Mannschaft zusammen zu stellen, die erfolgreich ist. Ein wichtiger Baustein sind hierbei gut funktionierende Kontingentspieler. Hier ist man schon in fortgeschrittenen Gesprächen, die hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lassen. Sichere Abgänge gibt es zum aktuellen Stand noch nicht. Dem Verein ist klar, dass es deutsche Qualitätsspieler braucht, bei den momentanen Preisen ist das aber eine Herausforderung. Man wird versuchen müssen, durch Umstrukturierungen mehr Spielraum für die erste Mannschaft zu bekommen. Wichtig ist die richtige Balance zwischen Nachwuchs, Verwaltung und Seniorenteam.

Ausblick auf 100 Jahre EV Füssen

Im Jahr des Vereinsjubiläums soll der EVF wieder nach vorne gebracht und die Lust bei den Leuten auf Eishockey am Kobelhang wieder geweckt werden. In diesem Zusammenhang steht auch eine Senkung der Eintrittspreise im Raum. Vor Corona hatte man den besten Zuschauerschnitt seit 15 Jahren, da möchte man wieder hin. Für das Jubiläum wurde schon mit Sponsoren über mögliche Events gesprochen, es wird einiges geplant.

Abschlusswort

Lukas Jentsch: „Wir müssen versuchen, aus dem vorhandenen Rahmen das Beste heraus zu holen, um gerade im Jahr des 100-jährigen Bestehens wieder Euphorie zu entfachen. Das Wichtigste ist es, dass wir wieder Zuschauer im Stadion haben, dann auch wieder mal mit einem Spiel in einer vollen Arena. Nur so macht Eishockey allen Spaß.“

Thomas Zellhuber: „Auch wenn es ruhig erscheint, wir drehen gerade jeden Stein um, eigentlich schon seit drei Monaten. Wir hinterfragen alle Positionen und stellen uns momentan neu auf. Für uns ist klar, so eine Saison wie die letzte wollen wir und können wir nicht stemmen. Wir sehen aber optimistisch in die Zukunft und sind voller Energie, ohne diese würde es nicht gehen. Wir haben Spaß daran, jetzt viele Themen anzupacken und mit Vollgas nach vorne zu gehen. Dabei hoffen wir, alle wieder mitnehmen zu können für eine erfolgreiche Zukunft des Vereins.“