Turbulentes Aufsteigerduell bei den Ice Dragons

Turbulentes Aufsteigerduell bei den Ice Dragons

Kurioses Spiel – der Herforder Eishockey Verein und die EG Diez-Limburg haben sich ein torreiches Spektakel geboten, das die Gäste mit 8:7 gewannen und somit alle drei Punkte auf die Heimreise mitnahmen. Beide Teams zeigten ihre Qualität in der Offensive, offenbarten jedoch auch deutliche Schwächen im Defensivverhalten.

Der HEV, der erstmals mit Guillaume Naud auflaufen durfte, begann mit viel Druck, vermochte jedoch eine frühe Überzahlsituation nicht zu nutzen. Die Diez-Limburg Rockets bewiesen, dass sie eine enorm konterstarke Mannschaft sind und gingen in der 5. Minute mit der ersten Torgelegenheit durch Henry Wellhausen mit 1:0 in Führung. In der 9. Minute erhöhte Thomas Matheson in der einzigen Überzahlsituation auf 2:0 und ließ HEV-Goalie Ennio Albrecht keinerlei Abwehrgelegenheit. Nur zwei Minuten später schlug Henry Wellhausen erneut zu und brachte seine EGDL mit drei Toren in Front. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste ihre wenigen Chancen eiskalt verwertet und wussten die Herforder Angriffe zu verteidigen. Rund 30 Sekunden nach dem dritten Treffer war die Hintermannschaft inklusive Torhüter Jan Guryca dann jedoch machtlos. Christophe Lalonde fälschte einen Schlagschuss von Lukas Gärtner ab und verkürzte auf 1:3. Herford drängte nun auf den Anschlusstreffer, doch genau in diese Phase setzte Diez-Limburg den nächsten Nadelstich. David Lademann überraschte Ennio Albrecht mit einer Hereingabe aus spitzem Winkel und ließ den Herforder Goalie, der ansonsten bei sämtlichen Gegentreffern des Abends machtlos war, schlecht aussehen. So ging es mit dem Spielstand von 1:4 aus Herforder Sicht in die erste Drittelpause.

Im zweiten Spielabschnitt starteten die Ice Dragons in doppelter Überzahl und brachten sich in Person von Ralf Rinke mit dem 2:4 wieder auf Schlagdistanz. Es entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. In der 29. Minute dann eine wichtige und vielleicht spielentscheidende Szene. Diez-Limburg trug einen weiteren schnellen Konter vor, den Abschluss von RJ Reed entschärfte Ennio Albrecht, indem er die Scheibe mit einer Parade an den Pfosten lenkte. Der Puck rutschte dann unter seinem Schoner zurück in die Mitte und blieb dort knapp vor der Torlinie liegen, bevor er von der Herforder Verteidigung aus der Gefahrenzone befördert wurde. Obwohl der zuständige Linienrichter die Situation richtig deutete und sofort anzeigte, dass kein Tor gefallen war, erkannte Schiedsrichter Nikolas Neutzer einen Treffer an. Innerhalb des Livestreams

zeigte die Hintertorkamera deutlich, dass die Scheibe die Torlinie nicht überschritten hatte. Während die Ostwestfalen immer noch mit ihrem Schicksal haderten, zeigten die Rockets nun ihr bestes Eishockey. Nur 45 Sekunden nach dem 5:2 erhöhte Henry Wellhausen nach toller Vorarbeit von David Lademann mit seinem dritten Treffer auf 6:2. Spätestens als Thomas Matheson in der 34. Minute ein weiteres Tor erzielte, schien die Entscheidung gefallen zu sein. Doch auch wenn der HEV bis zu diesem Zeitpunkt einen gebrauchten Tag erwischt hatte, bewies das Team um Kapitän Björn Bombis Moral. Diez-Limburg zog sich nun etwas zurück und fuhr auch die sich bietenden Kontergelegenheiten nicht mehr konzentriert zu Ende. Jörn Weikamp verkürzte in der 36. Minute mit seinem ersten Saisontreffer auf 3:7 und als Björn Bombis 90 Sekunden später nochmal auf 4:7 verkürzte, keimte vor dem letzten Drittel wieder etwas Hoffnung auf.

Herford setzte nun alles auf eine Karte, während sich die EGDL zu früh auf den scheinbar beruhigenden Vorsprung ausruhte. In der 45. Minute zeigte Ralf Rinke dann seine Klasse, täuschte einen Pass an, hämmerte dann die Scheibe aber in den linken Torwinkel. Bei den Ostwestfalen wurde nach dem 5:7 der Endspurt eingeläutet. Christophe Lalonde zeigte in der 48. Minute viel Übersicht, war nicht von der Scheibe zu trennen und bediente Marius Garten, der rechts vor dem Tor lauerte, mit einem sehr starken Pass. Die Herforder Nummer 16 brauchte nur noch den Schläger in den Schussweg zu halten und stellte mit dem 6:7 tatsächlich nochmal den Anschluss her. Fortan besannen sich die Gäste wieder darauf, auch eigene Angriffe zu fahren und so entwickelte sich ein äußerst spannendes Spiel bis in die Schlussminuten. Rund eine Minute vor dem Ende nahm Coach Jeff Job seinen Torhüter Ennio Albrecht zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Nach einem Scheibenverlust reagierte Marc Stähle am besten und entschied die Begegnung mit einem EmptyNet-Goal. Philipp Brinkmanns Treffer zum Endstand von 7:8 kam neun Sekunden vor der Schlusssirene zu spät, um dem Duell noch einmal eine Wendung zu geben.

Jeff Job war mit dem Spiel seiner Mannschaft nicht zufrieden: „Wer meint, dass man in der Oberliga mal eben neun Tore erzielen kann, um ein Spiel zu gewinnen, der liegt komplett falsch. Wir haben zwei Drittel lang schlecht verteidigt und es wurde zu wenig Verantwortung übernommen. Diez-Limburg stellt dann irgendwann das Spielen ein und bringt uns dann wieder zurück. Wir müssen defensiv wieder besser arbeiten und dort die Grundlage für unser Spiel legen“.

Lange Zeit zum Ausruhen haben die Ice Dragons dabei nicht. Am morgigen Sonntag geht es auf die lange Reise zum Schlusslicht Rostock Piranhas, die bislang noch nicht in die Saison hineinfanden, jedoch beim 3:2 nach Verlängerung in Herford zum Saisonauftakt gezeigt haben, dass sie viel mehr Potential besitzen, als der derzeitige Tabellenstand ausdrückt.

Tore:

  • 0:1 (04:33) Henry Wellhausen (David Lademann)
  • 0:2 (08:17) Thomas Matheson (Philipp Hallbauer / Niklas Hildebrand) PP1
  • 0:3 (10:20) Henry Wellhausen (Pierre Wex / David Lademann)
  • 1:3 (10:53) Christophe Lalonde (Lukas Gärtner / Ralf Rinke)
  • 1:4 (16:42) David Lademann (Marius Pöpel / Pierre Wex)
  • 2:4 (20:32) Ralf Rinke (Marius Garten / Björn Bombis) PP2
  • 2:5 (28:15) RJ Reed (Stephen Slaton / Tim Marek)
  • 2:6 (29:03) Henry Wellhausen (David Lademann / Marius Pöpel)
  • 2:7 (33:30) Thomas Matheson (Niklas Hildebrand / Marc Zajic)
  • 3:7 (35:41) Jörn Weikamp (Sebastian Christmann / T. Krüger)
  • 4:7 (37:11) Björn Bombis (Marius Garten / Ralf Rinke)
  • 5:7 (44:13) Ralf Rinke (Marius Garten / Lukas Gärtner)
  • 6:7 (46:30) Marius Garten (Christophe Lalonde / Björn Bombis)
  • 6:8 (59:05) Marc Stähle (RJ Reed / Marius Pöpel)
  • 7:8 (59:51) Philipp Brinkmann (Jörn Weikamp / Björn Bombis)

Strafen:

  • Herford 2 Minuten
  • Diez-Limburg 12 Minuten
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