Starbulls verpassen Sieg gegen Tabellenführer knapp

Starbulls verpassen Sieg gegen Tabellenführer knapp

Die Starbulls Rosenheim haben ihr Heimspiel am 22. Spieltag der Eishockey-Oberliga Süd gegen Tabellenführer Memmingen Indians unglücklich mit 2:3 nach Penaltyschießen verloren. Lange Zeit dominierten die Hausherren die Partie klar, versäumten es aber, die verdiente 2:0-Führung durch Tore von Andreas Höller und Fabian Zick auszubauen. Gleich dreimal scheiterten die Grün-Weißen zudem am Eisen des Memminger Tores.

(M.H.) Die Starbulls, bei denen Michael Baindl nach kurzer und Michael Fröhlich nach langer Verletzungspause wieder mit dabei waren, überzeugten vom ersten Anspiel an mit selbstbewusster Körpersprache, Zweikampfstärke und Vorwärtsdrang. Doch obwohl das Spiel fast zehn Minuten lang ausschließlich in Richtung Memminger Tor lief, ließ die erste klare Torchance für die Hausherren fast eine Viertelstunde auf sich warten. Nach Rückpass von Tadas Kumeliauskaus scheiterte Alexander Höller aus der Nahdistanz an Torwart Marc-Michael Henne. Das folgende Anspiel gewann Kumeliauskaus, Höller zog direkt ab und traf ins linke obere Eck. Torwart Henne, dem Gästetrainer Sergej Waßmiller den Vorzug vor „Rosenheim-Schreck“ Jochen Vollmer gab, blieb ohne Reaktion.

Und auch eine Reaktion der Memminger Feldspieler auf den Rückstand blieb weitgehend aus. Selbst in Überzahl brachte der Tabellenführer keinen gefährlichen Abschluss zu Stande. Einzig in den Minuten vor dem Rosenheimer Führungstreffer fanden die Gäste aus der „Maustadt“ offensiv erwähnenswert statt. Topscorer Brad Snetsinger und Fabian Voit kreierten eine große Doppelchance zum 0:1, doch Starbulls-Keeper Lukas Steinhauer war auf dem Posten (13.).

Auch der zweite Spielabschnitt gehörte zunächst den Starbulls, die mit vier Reihen agierend das Tempo hochhielten und rasch auf 2:0 erhöhten. Fabian Zick spielte mit Höller Doppelpass und schob den Puck im Fallen aus kurzer Distanz durch die „Hosenträger“ von Gästekeeper Henne (24.). Nur eine Minute später nagelte Dominik Daxlberger die Scheibe per Schlagschuss an den Pfosten. Nach einer knappen halben Stunde Spielzeit verhinderte Henne mit einer Glanzparade bei einer Direktabnahme von Starbulls-Youngster Sebastian Stanik das mehrfach in der Luft liegende 3:0 – und im Gegenzug trafen die Gäste: Lubor Pokovic brachte die Scheibe von der blauen Linie in Richtung Tor, wo der nicht konsequent genug bewachte Brad Snetsinger dem an sich harmlosen Schuss mit einer technisch brillanten Aktion den entscheidenden Impuls gab, dass er am verdutzten Torwart Steinhauer vorbei über die Linie trudelte (30.).

Der aus heiterem Himmel gefallene Anschlusstreffer brachte die Hausherren augenscheinlich aus dem Konzept. Die Dominanz war dahin und der Spitzenreiter konnte die Partie fortan ausgeglichen gestalten und die Starbulls-Defensive inklusive Torwart nun deutlich öfters beschäftigen. Die größte Chance auf ein Tor vor der zweiten Pause hatten aber dennoch die Hausherren. Bei einem Unterzahl-Gegenstoß scheiterte Enrico Henriquez-Morales am guten Gästekeeper Henne.

Das dritte Drittel begann mit einer kalten Dusche für die Starbulls. Einen Schuss von Marc Stotz lenkte Rosenheims Verteidiger Florian Krumpe unglücklich so ab, dass er seinem Torwart Steinhauer die Chance zum Eingreifen nahm und gleichzeitig Patrik Beck ins Spiel brachte, der aus kurzer Distanz mühelos zum 2:2 einschieben konnte (41.). Besonders bitter aus Rosenheimer Sicht: Der Szene ging ein unerlaubter Weitschuss der Gäste voraus, der vom Schiedsrichterteam nicht geahndet wurde. Das Spiel wurde nun zum offenen Schlagabtausch. Rosenheims Marinus Reiter nagelte die Scheibe an die Latte (46.), Memmingens Snetsinger traf den Pfosten (50.). In der Schlussphase der regulären Spielzeit verzeichneten die Hausherren dann wieder das Chancenübergewicht, dennoch war es bemerkenswert, wie effektiv und physisch stark die Gäste mit ihrem knappen Kader von nur 14 Feldspielern noch agieren und sich erfolgreich wehren konnten.

In der Verlängerung gab es Torchancen ausschließlich für die Hausherren. Die besten hatten Höller, dem freistehend beim Einschussversuch aus Nahdistanz die Scheibe versprang (61.) und Kumeliauskas, der mit einem Pfostenknaller für den dritten Rosenheimer Eisentreffer der Partie sorgte (65.). Im Penaltyschießen verwandelten Michael Fröhlich für die Starbulls und Linus Svedlund für die Indians zunächst souverän. Kumeliauskas und Höller scheiterten jedoch am Gästetorwart, während Snetsinger auf kuriose Weise zum Matchwinner avancierte: Er scheiterte an der Latte, doch die zurückprallende Scheibe landete am Schlittschuh von Torwart Steinhauer und fand von dort doch noch den Weg ins Tor.

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