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Sonntagsabendkrimi „Im Kleinen Felde“

Achterbahnfahrt auf dem Eis – der Herforder Eishockey Verein siegte in der Oberliga Nord in einer äußerst spannenden Begegnung mit 5:4 (0:1/3:0/2:3) gegen die TecArt Black Dragons Erfurt. Nachdem die Führung während des Spieles mehrfach wechselte, brachte ein Treffer, der für viel Diskussionsstoff sorgte, erst in den Schlusssekunden die Entscheidung zugunsten der Ostwestfalen.

Die ersten Minuten der Partie gehörten den Gästen, die mit viel Tempo begannen und bereits früh durch Reto Schüpping in Führung gingen (3.). Erst danach gelang es den Ice Dragons ihrerseits Akzente zu setzen. Trotz guter Gelegenheiten auf beiden Seiten ließen die starken Torhüter Philip Lehr (Herford) und Konstantin Kessler (Erfurt) keine weiteren Treffer bis zur ersten Pause zu.

Im zweiten Durchgang erhöhte der HEV deutlich den Druck und erspielte sich gute Gelegenheiten zum Ausgleich. Eine Kontersituation in der 26. Minute, die Justin Unger mit seinem ersten Saisontreffer abschloss, brachte schließlich das 1:1. Herford drängte nun auf die Führung. Diese sollte in der 31. Minute Elvijs Biezais per Bauerntrick gelingen, womit die Ice Dragons dem Spiel eine Wende gegeben hatten. Erfurt bekam nun zunehmend Probleme, setzte zwar gelegentliche Konter, war aber mehr damit beschäftigt, weitere Treffer zu verhindern. In der 37. Minute waren die Black Dragons jedoch machtlos, als Ralf Rinke mit einem fulminanten Schuss in den rechten Torwinkel zum 3:1 einnetzte, womit auch ein letztes Mal die Seiten gewechselt wurden.

Nun waren es die Erfurter, die mit viel Zug zum Tor aus der Kabine kamen und Herfords Goalie Philip Lehr immer wieder auf die Probe stellten. Louis Anders sorgte mit seinem Treffer in der 49. Minute für den Anschluss und als den Black Dragons ein Doppelschlag durch Eric Wunderlich in Überzahl sowie Andre Geratz gelang (52. und 53.), schien die Begegnung zu kippen. Herford besann sich jedoch noch einmal auf seine kämpferischen Qualitäten und kam tatsächlich vier Minuten vor der Schlusssirene durch Gleb Berezovskij zum Ausgleich.

Die letzten 38 Sekunden der Begegnung werden die Fans in der imos Eishalle „Im Kleinen Felde“ wohl so schnell nicht vergessen. Erneut waren es die Black Dragons, die sich immer wieder gefährlich im Drittel des HEV festsetzten und einen Schuss nach dem andren auf das Herforder Tor abfeuerten. Bei einem Bully zwischen Rustams Begovs und Kyle Beach, bekam der Erfurter Beach das Stockende von Begovs unglücklich ins Gesicht und ging sichtlich angeschlagen zu Boden. Das Schiedsrichter- und Linespersonsquartett sah jedoch keine Veranlassung, das Spiel zu unterbrechen. Längst konzentrierte sich das Spielgeschehen auf die andere Seite des Spielfeldes und schließlich war es Elvijs Biezais, der 26 Sekunden vor Ende der Begegnung mit einem Schlenzer in den rechten oberen Torknick die sich bietende Kontersituation nutzte und den Siegtreffer zum 5:4 erzielte. Alle Proteste der Erfurter stimmten die Unparteiischen nicht mehr um, Kyle Beach kassierte gar noch eine 2+10-Minuten-Strafe wegen Schiedsrichterbeleidigung und am Ende strich Herford drei wichtige Punkte ein.

„Mit dem letzten Drittel bin ich zwar unzufrieden, aber letztlich zählen für uns heute die drei gewonnenen Punkte. Besonders für Justin Unger freut es mich, dass er ein ganz wichtiges Tor erzielte. Die Schlussszene ist total unübersichtlich. Unmittelbar nach dem Bully richten sich alle Augen bereits wieder auf den nächsten Angriff“, äußerte sich Chefcoach Michael Bielefeld im Anschluss an die packende Begegnung.

Während Herford den 8. Tabellenplatz immer weiter festigt, rutscht Erfurt auf Platz 10 der Tabelle ab. Am kommenden Wochenende geht es für die Ice Dragons gegen die unmittelbaren Tabellennachbarn. Am Freitag kommt es um 20.00 Uhr zum HEV-Duell beim Tabellen-7. Herne, am Sonntag ist der Tabellen-9. Rostock Piranhas ab 18.00 Uhr zu Gast in der imos Eishalle „Im Kleinen Felde“.