Online-Training startet beim KEV

Online-Training startet beim KEV

Neue Wege müssen gefunden werden, um auch in diesen Zeiten einen möglichst reibungslosen Sommertrainingsalltag zu garantieren. Schon früh hatte sich die sportliche Leitung des KEV Gedanken gemacht, wie man auch trotz all der Beschränkungen die Athleten auch im Nachwuchsbereich für die neue Saison fitmachen könne. So bekamen zunächst nur die älteren Spieler ab der U15 Trainingspläne für das eigene Home-Training. Seit der vergangenen Woche wird nun auch Online trainiert. Über die Meeting-Plattform Zoom bestreiten alle Krefelder Eishockeymannschaften von der U7 bis zur U20 drei bis vier Mal in der Woche ein Online Training. Die Spieler wählen sich zuhause entweder allein oder mithilfe der Eltern in den Chatraum ein, decken sich mit den hauseigenen Trainingsmaterialien ein oder nehmen Schläger, Holzkugel und Handschuhe und starten mit Eifer ins Online-Training.

 

„Wir haben uns früh verschiedene Szenarien überlegt und versucht, eine Lösung für ein jedes Szenario zu finden. Unbedingt wollten wir zu unserem geplanten Sommertrainingstermin an den Start gehen. Das hat perfekt funktioniert und mit unserem Online-Training haben wir (noch) ein kleines Alleinstellungsmerkmal gegenüber vieler Mitstreiter. Einige Vereine bieten in diesen Zeiten keine Alternative an.“, erklärt Sportvorstand Elmar Schmitz. Doch das Online-Training birgt – und das hat man schnell gemerkt – natürlich auch einige Schwierigkeiten: Wo nimmt man den Platz für ein Training her, wie kann man gewährleisten, dass die Strom- und Wlan-Versorgung stets optimal ist und wie stellt man am besten die Kamera ein, damit der Coach einen gut sehen kann? Doch bisher können die Nachwuchscoaches nur Positives feststellen. In der mittlerweile zweiten Online-Trainersitzung hatten alle Trainer ein durchweg positives Feedback zu vermelden, auch wenn jeder so seine eigenen Techniken hat, um die Inhalte an die Spieler weiterzugeben.

Besonders schwer schätzte man den Trainingsalltag mit der U7 und U9 ein. „Aber es funktioniert super gut. Ein Coach macht vor und der andere kann kontrollieren und korrigieren. Mithilfe der Eltern gibt es kaum technische Probleme. Es fällt wohl auf, dass die Konzentration der Kinder so nach 45 Minuten doch abnimmt und vor allem die Spielformen im Training fehlen. Dennoch funktioniert es besser, als erwartet!“, fasst U9-Coach Willy Mühlenhaus zusammen. Die U7 und U9 wird von Andre Wagner und Mühlenhaus trainiert. Dabei macht immer ein Coach die Übungen vor und der andere überwacht das Geschehen. Im Anschluss werden die Söhne von Coach Wagner als „Vorbilder“ genutzt, die den Mannschaftskameraden die Übungen vormachen können. Auch in der U11 und U13 hat man zwei Konzepte ausprobiert: Zum einen Online-Videos zu zeigen und zum anderen das Vormachen eines Coaches. Dennis Weidenbach, Sebastian Staudt und Dirk Kuhnekath sind dann häufig sogar zu dritt. „Mit Bildern und Videos ist häufig die Übertragung nicht optimal. Daher arbeiten wir jetzt auch zumeist mit direktem Vormachen.“, so Weidenbach. Auch hier übernehmen immer 1-2 Coaches die Moderation und Korrektur der Spieler. „Das funktioniert gut. Wir können die Spieler direkt ansprechen und alle hören die Korrektur. Fast wie im normalen Training!“ sagt Sebastian Staudt.

Der Oberliga-Goalie und Torwarttrainer des KEV bietet zukünftig auch einmal am Wochenende ein spezielles Torwart-Training an. Hier sollen alle Goalies von der U7 bis zur U20 mit spezifischen Übungen versorgt werden. In der U15 haben die Coaches Thiesen und Schütz auch schon gute Wege gefunden, um ein Online-Training zu gestalten. So muss häufig Trainersohn Tim Schütz als „Vorturner“ herhalten, der den anderen Spielern im eigenen Hause die Übungen vormacht und zeigt. Die Funktionen der App erlauben, dass die Spieler ein Videobild anheften und so immer den Coach oder vormachenden Spieler auf dem Desktop, Fernseher oder dem Tablet groß zu sehen.

 

Die U17 und die U20 trainiert derzeit zusammen mit den Coaches Robin Beckers und Reemt Pyka. Hier setzen die Trainer auf Bildmaterial und Präsentationen. „Wir haben einmal alle Übungen fotografiert. Die Abläufe erklären wir Online und die Spieler haben zu Erklärungen immer direkt Bilder und Wiederholungsanzahlen. So müssen wir nicht Vormachen und können uns auf das Korrigieren und Erklären konzentrieren“, sagt der U20-Headcoach. Die Teilnehmerzahlen kratzten in der ersten Woche fast überall an der 100%-Marke. Klar, für die Spieler ist es etwas Neues und etwas Neues ist immer erstmal interessant. „Wir werden sehen, wie lange das klappt. Es ist lange nicht vergleichbar mit einem Face-to-Face Training. Aber wir sind zumindest in Kontakt und können die Spieler anleiten!“

Und hinter den Kulissen arbeitet man schon wieder intensiv an weiteren Lockerungsschritten und Optimierungen. „Wir sind in intensiven Gesprächen mit der Stadt, dem Eishockeyverband und lokalen Sportstätten, um alsbald wieder gemeinsam trainieren zu können!“, so Elmar Schmitz. Sollte das Kleingruppentraining wieder möglich sein, will der KEV eine Sportstätte zur Verfügung haben und schnellstmöglich wieder ein weitestgehend normales Training anbieten können. Dann wohl nur in Gruppen bis fünf Spielern, ohne Spielformen und Körperkontakt und unter strengen Hygienemaßnahmen. Klar ist, der KEV wird vorbereitet sein, egal was die Politik entscheidet…

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