Leipzig mit erster Niederlage gegen Rostock

Leipzig mit erster Niederlage gegen Rostock

Gestern Abend setzten die EXA IceFighters Leipzig ein ganz starkes Zeichen in Coronazeiten. Ihre Fans und Sponsoren sammelten wieder für die Elternhilfe für krebskranke Kinder. Die Mannschaft gab ihre Mannschaftskasse obendrauf. Somit kamen 5.000 € für den guten Zweck zusammen. Leider gelang es beim Spiel gegen die Rostock Piranhas nicht, auch sportlich ein weiteres Zeichen zu setzen. Das Spiel ging am Ende mit 1-4 verloren. Zuhauf ausgelassene Chancen und unnötige Fehler waren am Ende hauptverantwortlich dafür.

Das erste Drittel begann wie erwartet. Allein das Schussverhältnis von 17-5 für unsere EXA IceFighters Leipzig, zeigte die deutliche Überlegenheit. Erst in der 10. Spielminute konnten die Gäste in der Offensive einen Schuss abgeben. Eric Hoffmann hielt den sicher. Auf der anderen Seite verdiente sich Rostocks Keeper Nils Velm Anerkennung. Nach seinem Shutout vom Dienstag gegen Diez-Limburg, wollte er sich anscheinend auch heute nicht bezwingen lassen. Es ging wieder mit 0-0 zurück in die Kabine. „Da muss man einfach mehr rausholen im ersten Drittel. Die Chancen waren da und die Truppe hat trotzdem auch defensiv stark gearbeitet. Da gab es wenig zu kritisieren. Aber du musst nach dem ersten Drittel schon mit wenigstens ein oder zwei Toren führen. Dann geht auch das Spiel in eine andere Richtung“, haderte Coach Sven Gerike mit der Ausbeute seiner Schützlinge.

Das zweite Drittel zeigte dann, wie bitter es im Sport manchmal laufen kann. Die Rostock Piranhas spielten unverändert, defensiv sehr konzentriert und konsequent. Die EXA IceFighters verzweifelten an dem Abwehrbollwerk und fingen an unnötige Fehler zu machen. Den Beginn machte leider Eric Hoffmann. In der 24. Minute ließ er einen harmlosen Schuss von Constantin Koopmann passieren. „Das 0-1 war noch „verschmerzbar“, weil so ein Tor halt mal passieren kann. Die Torhüter sind auch nur Menschen und wenn sie einen Fehler machen, dann rappelt es halt sofort in der Kiste. Da haben es die Spieler leichter. Wenn sie einen Bock schießen, ist meist noch der Mitspieler oder der Torhüter zur Stelle, um den Fehler wieder auszubügeln“, sagte Gerike nach dem Spiel. Der Rückstand hinterließ schon deutlichere Spuren. In der neutralen Zone verloren die Eiskämpfer die Scheibe, schalteten zu langsam in die Defensive um und Jörg Noack war ein dankbarer Abnehmer. Beim 0-2 in der 30. Minute war Eric Hoffmann machtlos. Jetzt begann es im Kopf der Hausherren zu rattern. Man merkte, dass nicht mehr ins gewohnte IceFightersspiel aus dem ersten Drittel zurückgefunden wurde. Alleingänge, unnötige Fehlpässe und falsche Entscheidungen häuften sich. In Unterzahl brachten die IceFighters den Puck nicht richtig tief und ermöglichten so einen schnellen Gegenzug, den August von Ungern Sternberg Kuzara in der 33. Minute zum dritten Tor der Piranhas nutzte. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Kabine.

Aus dieser kamen die Hausherren wieder mit mehr Feuer, Zug zum Tor und Elan, als im zweiten Abschnitt. Die Mannschaft hatte sich wieder gefangen und drückte auf den ersten Treffer. Der sollte dann in der 46. Minute auch endlich gelingen. Michal Velecky nutzte einen Abpraller zum lang ersehnten „Teddy-Toss-Treffer“. „So muss das Weitergehen“, dachten sich wahrscheinlich alle Leipziger Anhänger. Aber Rostock spielte das sehr clever und Nils Velm ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Es musste anscheinend ein sogenanntes „dreckiges“ Tor den Anschluss und die Hoffnung bringen. Und das gelang auch endlich in der 55. Minute. In Überzahl spielte Hannes Albrecht die Scheibe vor das Tor, der Pass wurde abgefälscht und von der Brust von Florian Eichelkraut sprang der Puck ins Tor. „Endlich mal Glück gehabt“, war die Meinung aller Leipziger. Aber die Unparteiischen hatten etwas dagegen. Nachdem sie erst auf Tor anerkannten, folgten sie den Protesten der Piranhas und gaben den Treffer dann doch nicht. „Ich weiß schon nicht mehr, was ich zu solchen Situationen sagen soll. Klar haben wir keinen Videobeweis im Stadion, aber man muss sich schon ganz sicher sein, wenn man eine Entscheidung revidiert. Und niemals konnten die Schiedsrichter sicher sein. Das Video zeigt dann auch eindeutig, dass der Treffer absolut korrekt war. Aber das ist nicht das erste und leider auch sicher nicht das letzte Mal, dass auf diese Art in ein Spiel eingegriffen wird. Eine Diskussion darüber zu führen ist absolut sinnlos“, ärgerte sich Gerike zu Recht nach dem Spiel. Der Rest ist schnell erzählt. Leipzig versuchte alles, auch mit 6 Mann und Rostock traf wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff zum vierten Mal. Torschütze ins leere Tor war John Dunbar. Der Endstand von 1:4 stand nach 60 Minuten fest.