Jede Minute früher ist Gold wert

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Nachwuchsarbeit wurde beim VER Selb e.V. schon immer großgeschrieben. Dies zeigt sich deutlich in der Entscheidung des VEReins, bereits im Juli mit der Eisbereitung zu starten, um den Jüngsten eine Perspektive zu bieten.

Die Nachwuchsabteilungen des VER Selb umfassen insgesamt sieben Altersklassen, die normalerweise am organisierten Spielbetrieb teilnehmen. Dazu kommen die Laufschule für die Kleinsten und die Kunstlaufabteilungen. Somit sind im VERein etwa 200 aktive junge Sportlerinnen und Sportler zuhause. Sie alle mussten herbe Abstriche machen.

Nichts ersetzt das Feeling auf dem heimischen Eis

Das gewohnte Training auf dem Eis durfte pandemiebedingt nicht stattfinden. Und auch wenn die Nachwuchstrainer alles daran setzten, ihre Schützlinge nicht hängen zu lassen – das Feeling auf dem heimischen Eis konnten sie nicht ersetzen. Dies soll sich noch diesen Sommer ändern, denn: Der VER Selb plant eine frühere Eisbereitung schon im Juli dieses Jahres.
Sebastian Setzer, Leiter der Nachwuchs-Abteilungen: „Nachdem wir seit dem Lockdown im November mit den Nachwuchsmannschaften nicht mehr auf dem Eis trainieren dürfen, wollen wir den Kindern nun eine Perspektive bieten, dass sie endlich wieder ihren Sport ausüben können.“

Was tut man, wenn rund 200 Kinder, die fest mit dem VERein verwurzelt sind, Freunde dort gefunden haben und ihrer Leidenschaft nachgehen wollen, partout nicht wie gewohnt trainieren dürfen? Hier ist Kreativität gefragt. Setzer: „Das organisierte Mannschaftstraining wurde mit dem Lockdown im November jäh unterbrochen. Seitdem sind wir gezwungen, auf Online-Training auszuweichen. Aktuell trainieren wir über Zoom-Meetings mit den Mannschaften – jeder für sich daheim vor dem Bildschirm. Cory Holden macht da eine super Arbeit und hat sich nicht nur als starker Trainer, sondern auch als hervorragender Entertainer hervorgetan, der es schafft, die Kinder zu motivieren.“

Ein Hauch von Teamgeist vor dem Bildschirm

Auch wenn Cory Holden mehrmals pro Woche ein Zoom-Training für die VEReins-Sprösslinge ansetzt – was fehlt, ist das gemeinsame Training und die Zeit, die die Kinder in der Kabine und auf dem Eis verbringen. Die Kontakte zu Gleichaltrigen bleiben aus.

Sebastian Setzer: „Wir versuchen, durch Challenges und kleine Aufgaben die Motivation hochzuhalten. So führt die U11 zum Beispiel aktuell eine Lauf-Challenge durch. Die Mannschaft hat sich ein (Lauf-)Ziel gesetzt, welches sie jetzt versucht, gemeinsam zu erreichen.“ Auch wenn dies sicherlich ansatzweise Teamgeist weckt – so ganz zufriedenstellen ist die Situation für alle Beteiligten nicht.

Setzer: „Wir merken, dass die Kinder mehr und mehr mit der aktuellen Situation zu kämpfen haben. Sie vermissen ihre Gemeinschaft, egal ob in der Schule oder im VERein. Ich finde es ein tolles Zeichen, dass wir in Selb durch die frühzeitige Eisbereitung den Kindern eine Perspektive liefern können, an der sich die Jungs und Mädels hoffentlich etwas hochziehen können.“

Vorteile des früheren Eises schlagen den Kostenaspekt

Die mit der früheren Eisaufbereitung verbundenen Kosten nimmt der VERein angesichts der Vorteile in Kauf. Zu wichtig erscheint es den Verantwortlichen, die Kinder endlich wieder zusammenzubringen und ihnen das zu ermöglichen, wofür sie brennen. Auch die verlorenen Eiszeiten aus den letzten Monaten sollen damit zumindest teilweise aufgefangen werden.

Setzer: „Jede Trainingsminute auf dem Eis macht Spaß und ist Gold wert. So haben wir auch einen Vorsprung den Vereinen gegenüber, die erst später Eis bekommen. Sonst sind wir im Sommer oftmals nach Tschechien gefahren und haben dort Eiszeiten gemietet. Dieser Aufwand fällt damit weg. Wir sind vor Ort und haben unsere eigene, gewohnte Umgebung zum Training mit den Kindern.“

Sommereis für alle, das ist das Ziel

Während der VERein in der Vergangenheit das Sommertraining ins benachbarte Tschechien verlegt hatte, könne man in diesem Jahr den Spieß umdrehen und das heimische Eis an andere Vereine vermieten. Nicht zu vergessen: Auch die Profispieler des VEReins können frühzeitig ins Training einsteigen und sparen sich den Aufwand, dafür extra nach Tschechien fahren zu müssen.

Und wer jetzt Lust hat, selbst mal wieder die Schlittschuhe zu schnüren, für den hat der VERein ebenfalls gute Nachrichten: Sofern es die Umstände zulassen, wird das Sommer-Eis auch für den öffentlichen Lauf genutzt werden können. Einer Eis-Disco in den Sommerferien stünde damit nichts im Wege.