Ice Dragons schenken Derby her

Ice Dragons schenken Derby her

Die nächste Derbyniederlage – der Herforder Eishockey Verein hat die Chance verpasst, bei seinen Fans Wiedergutmachung für die Derbyniederlage gegen die Hammer Eisbären vor zwei Wochen zu betreiben. Zwar spielten die Ice Dragons ein ordentliches Anfangsdrittel und lagen zwischenzeitlich sogar mit 3:1 in Führung, verfielen dann jedoch aus unerklärlichen Gründen in ein viel zu sorgloses Spiel, bauten den erneut ersatzgeschwächten Gegner Stück für Stück wieder auf, der das Spiel mit viel Moral noch drehte, um am Ende völlig verdient die Punkte in heimischer Halle behielt.

Chefcoach Jeff Job musste in Hamm auf die verletzten Kieren Vogel und Matyas Kovacs verzichten. Kapitän Björn Bombis und Lucas Engel kehrten hingegen ins Team zurück. Beide Mannschaften verzichteten auf die übliche Abtastphase und starteten mit Zug zum Tor. In der 5. Spielminute nutzte Thomas Lichnovsky das erste Überzahlspiel der Gastgeber und brachte Hamm mit 1:0 in Führung. Herford erhöhte in der Folge den Druck und kam durch Gleb Berezovskijs ersten Saisontreffer in der 10. Minute ebenfalls in Überzahl zum verdienten Ausgleich. Die Ice Dragons blieben im PowerPlay weiterhin effektiv und gingen in der 13. Minute in einer 5 gegen 3-Situation erstmals durch Marius Garten in Führung, so dass es mit dem 2:1 aus Herforder Sicht in die Kabinen ging.

Auch im Mittelabschnitt blieb der HEV zunächst seiner Linie treu. Lasse Bödefeld war in der 24. Minute bei einer weiteren Herforder Überzahl zur Stelle und erhöhte auf 3:1. Bis zu diesem Zeitpunkt lief das Derby aus Sicht der Herforder Ice Dragons nach Wunsch. Hamm kämpfte sich jedoch allmählich zurück ins Spiel und stellte nur drei Minuten nach dem 3:1 den Anschluss durch Igor Furda wieder her. Obwohl die Begegnung in den weiteren Minuten des zweiten Drittels etwas verflachte, spürte man nun deutlich das Aufbäumen beim Gastgeber, während die Körpersprache der Ostwestfalen immer negativer wurde. Rund drei Minuten vor der Pausensirene wurde der Kampfgeist der Eisbären belohnt. Bei einem weiteren Überzahlspiel sorgte Michal Spacek für den 3:3-Ausgleich, mit dem es ein letztes Mal in die Kabinen gehen sollte.

Im letzten Drittel bewahrheitete sich dann, was sich zuvor schon andeutete. Die Eisbären mobilisierten noch einmal weitere Kräfte, agierten vor dem Tor von Ennio Albrecht – einer der wenigen HEV-Akteure, der eine gute Leistung an diesem Abend zeigte – sehr gefährlich, während die Herforder Angriffsbemühungen mutlos wirkten. In der 48. Minute unterlief dann Christophe Lalonde ein folgenschwerer Fehler. Im eigenen Drittel verlor er unnötig die Scheibe und Igor Furda zögerte nicht lange und bedankte sich mit dem 4:3 der Eisbären für das Geschenk. Allmählich lief nun den Herfordern die Zeit davon und je näher das Spielende rückte, desto stärker agierten die Eisbären. Auch die letzten Minuten kämpften sie um jede Scheibe, während die Angriffe der Ice Dragons weitestgehend ohne Torgefahr blieben. Am Ende gewann Hamm auch das zweite Derby der Saison verdient mit 4:3 und zeigte den Ostwestfalen Grenzen auf, die vor der Saison wohl niemand so erwartet hätte. Unmittelbar nach der Schlusssirene entlud sich der angesammelte Frust der Herforder, die in einem Handgemenge mit den Hammer Eisbären 18 Strafminuten sammelten. Mit der Niederlage bei den Hammer Eisbären hat der Herforder Eishockey Verein den Anschluss an den PrePlayOff-Platz 10 deutlich verloren und wird sich nun erst einmal darauf konzentrieren müssen, sich in den kommenden Begegnungen Kredit bei den heimischen Fans zurück zu holen.