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Ice Dragons ringen Herne nieder

Taktische Meisterleistung – dem Herforder Eishockey Verein ist in der Oberliga Nord ein Überraschungscoup gelungen. Trotz wichtiger Ausfälle gelang den Ice Dragons ein 3:2 (1:0/0:2/1:0/1:0)-Erfolg nach Verlängerung über die favorisierten Herne Miners. Dabei zeigten die Ostwestfalen eine taktisch sehr disziplinierte Leistung, verfolgten einen gut ausgetüftelten Gameplan und kompensierten den Verlust einer kompletten Reihe innerhalb des Kaders.

Mit Björn Bombis, Marius Garten und Gleb Berezovskij fielen kurzfristig gleich drei Akteure, die nicht nur allesamt in einer Reihe spielen, sondern auch teilweise zu den Kernspielern der Specialteams in Über- und Unterzahlsituationen zählen. Zudem wärmte sich der angeschlagene Daniel Bartuli, der zuletzt eine sehr gute Form zeigte, lediglich für den Notfall mit auf, wurde jedoch durch Eigengewächs Marcnel Bathe hervorragend vertreten.

Herford erwischte den besseren Start und ging durch Elvijs Biezais bereits in der vierten Minute in Führung. Herne versuchte zwar sofort zu kontern, scheiterte jedoch immer wieder an der gut organisierten Hintermannschaft oder am starken Rückhalt Kieren Vogel im Tor der Ice Dragons. Die Gastgeber sorgten rechtzeitig für Entlastung und erarbeiteten sich ebenfalls die eine oder andere weitere Torgelegenheit. Dennoch blieb es bis zur ersten Pause bei der knappen 1:0-Führung der Herforder.

Im zweiten Durchgang zeigten die Miners dann, wieviel Qualität im eigenen Kader vorhanden ist. Der Finne Tomi Wilenius erzielte in Überzahl mit einem sehenswerten Treffer den Ausgleich in der 24. Minute und fortan agierten die Gäste gefährlicher. Doch die Mannschaft von Chefcoach Michael Bielefeld setzte viel ostwestfälische Kampfkraft dagegen und geriet zunächst nicht ins Hintertreffen. Eine der wenigen Unachtsamkeiten nutzte dann allerdings Michél Ackers, der glänzend von Artur Tegkaev bedient wurde, in der 36. Minute zur 2:1-Führung der Gäste, mit der es auch ein letztes Mal in die Kabinen ging.

Herford fightete im letzten Drittel und kam schnell zum Ausgleich, als erneut Elvijs Biezais traf. In Überzahl vollendete er eine Kombination, die durch Quirin Stocker über Ralf Rinke eingeleitet wurde. Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. In der Schlussphase erhöhte Herne noch einmal die Schlagzahl, ließ jedoch auch ein Powerplay kurz vor Ende ungenutzt, während sich die Ostwestfalen nach allen Kräften wehrten und das Unentschieden über die 60 Minuten verdient verteidigten.

In der Verlängerung setzte das Herforder Trainerteam dann alles auf eine Karte und brachte zunächst die lettische Sturmreihe Rinke, Biezais, Begovs ohne Verteidiger im „3 gegen 3“. Im nächsten Wechsel ließen Dennis König, Aaron Reckers und Jörn Weikamp nichts anbrennen und nach rund 90 Sekunden Spielzeit kehrten Ralf Rinke, Elvijs Biezais und Rustams Begovs nochmals auf das Eis zurück und schnürten nun die Miners im eigenen Drittel ein. Schließlich netzte Ralf Rinke unhaltbar in der 63. Minute zum viel umjubelten Sudden Death ein. Ein zufriedener Michael Bielefeld lobte im Anschluss sein Team: „Mein Glückwunsch geht an die gesamte Mannschaft, sie hat den Gameplan heute zu 100% umgesetzt und in meinen Augen verdient gewonnen.“ Mit dem Sieg hat der Herforder Eishockey Verein zu den Black Dragons Erfurt wieder aufgeschlossen und nimmt mit 40 Punkten nur aufgrund des etwas schlechteren Torverhältnisses aktuell den 9. Tabellenplatz ein.