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Ice Dragons erkämpfen mit Minikader einen Punkt in Herne

Fader Beigeschmack – selten hat man einen derart kleinen Herforder Kader so aufopferungsvoll kämpfen sehen – selten wurde über eine außergewöhnliche Leistung im Anschluss so wenig gesprochen – und selten sah man einen Herforder Trainer, der in der Pressekonferenz innerlich so brodelte. „Ich ziehe den Hut vor der Leistung meiner Mannschaft. Wir sind mit ganz kleinem Kader angereist und die Jungs haben das sehr gut gemacht. Und mehr möchte ich zu diesem Spiel nicht mehr sagen“, äußerte sich Chefcoach Michael Bielefeld im Anschluss an die Begegnung und mied ausdrücklich die spielentscheidende Szene nach 51 Sekunden in der Overtime beim 4:3 (0:1/1:1/2:1/1:0) zwischen dem Herner EV und dem Herforder Eishockey Verein. Zuvor verteilte das Schiedsrichtergespann David Cespiva / Christian Perlitz, die schon während der regulären 60 Spielminuten durch eine sehr einseitige Strafenauslegung auffielen, 40 Strafminuten in Form von zwei Spieldauerdisziplinarstrafen im Nachgang der Partie an Rustams Begovs sowie ans Team.

Doch was genau war geschehen? 60 Minuten lang hatten die Ice Dragons, die mit lediglich 12 Feldspielern antraten, gekämpft und geackert und dem favorisierten Herner EV bei der kurzfristig angesetzten und vorgezogenen Partie der Oberliga Nord Paroli geboten. Verdient hatten die Ostwestfalen ein 3:3 nach regulärer Spielzeit errungen und somit einen Zähler auf der Habenseite. Nach 51 Sekunden in der Overtime erzielte schließlich Jörn Weikamp den siegbringenden Treffer, indem er einen Schuss unterhalb der Hüfthöhe abfälschte. Die ersten Spieler der Herforder stürmten bereits das Eis, um den Siegtorschützen zu beglückwünschen, doch das Schiedsrichtergespann Cespiva/Perlitz, erkannte trotz bester Sicht aus kurzer Entfernung den Treffer nicht an. Der Moment des Puckkontaktes war den beiden Unparteiischen offenbar entgangen. Zwar hatte Jörn Weikamp bei Abgabe des Schusses den Schläger in Schulterhöhe, der Puckkontakt selbst erfolgte jedoch leicht unterhalb der Hüfte, wie in den Liveübertragungen deutlich erkennbar war. Nur wenig später erzielte schließlich Herne in einer Überzahlsituation das 4:3 und holte sich somit den Zusatzzähler, um den sich die Herforder nun betrogen sahen. Minutenlange Diskussionen folgten auf dem Eis und später in den Katakomben der Eishalle, doch es half nichts mehr und hagelte zudem unangenehme Strafen, die nun Sperren nach sich ziehen.

Bei den Ice Dragons fehlten mit Björn Bombis, Quirin Stocker, Philipp Brinkmann, Gleb Berezovskij, Justin Unger, Jan-Niklas Linnenbrügger und Marcnel Bathe gleich sieben Spieler. Die verbliebenen 12 Feldspieler zeigten von Beginn an eine sehr disziplinierte Leistung und konzentrierten sich auf eine kompakte Defensive. Herne hatte Schwierigkeiten richtig ins Spiel zu finden und so nutzte Marius Garten in der 12. Minute eine der wenigen Herforder Torgelegenheiten zum 1:0, mit dem es in die erste Pause ging.

Auch den zweiten Spielabschnitt gestaltete Herford offen. Zwar erhöhten die Miners nun den Druck, scheiterten jedoch immer wieder an Kieren Vogel im Tor der Ice Dragons. Selbst fuhr man gefährliche Konter und beschäftigte somit auch die Herner Hintermannschaft. In der 29. Minute sorgte Michel Ackers dann jedoch mit einem satten Schuss für den Ausgleich. Herford wich jedoch nicht von der eigenen Linie ab und kam in der 33. Minute zur erneuten Führung durch Rustams Begovs, mit dem ein letztes Mal die Seiten gewechselt wurden.

Ein offener Schlagabtausch entwickelte sich dann im letzten Drittel. Herne versuchte nochmals einen Gang hochzuschalten, doch Herford verteidigte aufopferungsvoll. In der 49. Minute erzielte Alexander Komov dann den 2:2-Ausgleich, womit die letzten Minuten noch einmal äußerst spannend werden sollten. Als Ralf Rinke rund vier Minuten vor dem Ende die erneute Führung der Gäste erzielte, sah es für kurze Zeit sogar nach einem Erfolg der Ice Dragons in der regulären Spielzeit aus. Doch erneut setzte Herne nach und kam rund 60 Sekunden später zum verdienten 3:3 durch Robert Peleikis.

Somit ging es in die Overtime und es kam zur besagten Szene in der 61. Minute. Nachdem Ralf Rinke auf der Strafbank Platz nehmen musste, nutzte Nils Liesegang die Überzahl und netzte zum 4:3 für die Gastgeber in der 64. Minute ein.

Die Folge war Frust auf Seiten der Herforder und mit Sicherheit auch die eine oder andere Undiszipliniertheit. Obwohl man sich zuvor einen Punkt mit einer ganz starken Teamleistung erkämpft hatte, blieb ein fader Beigeschmack. Am Ende fühlte sich das Herforder Team um den Sieg betrogen.

Der Punktgewinn sorgt in der Tabelle dafür, dass man den achten Platz weiter stabilisierte. Mit nunmehr 32 Zählern haben die Ice Dragons zwar auf die PlayOff-Plätze 12 Punkte Rückstand, der Vorsprung auf die PlayDown-Plätze beträgt aktuell jedoch auch 10 Zähler. Am Donnerstag kommt es um 20.00 Uhr nun zur wichtigen Begegnung beim Tabellenelften Diez-Limburg. Aufgrund der Sperren und Verletzungen bleibt jedoch abzuwarten, wie viele Spieler überhaupt für Herford auf dem Eis stehen werden.