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Ice Dragons chancenlos in Hamburg

Vierte Niederlage in Folge – der Herforder Eishockey Verein verlor sein Spiel in der Oberliga Nord bei den Crocodiles Hamburg mit 3:9 (1:5/1:2/1:2) und offenbarte erneut im ersten Drittel deutliche Schwächen in der Defensivarbeit. Chefcoach Michael Bielefeld ereilte bereits im Vorfeld der Begegnung die nächste Hiobsbotschaft, denn nachdem Daniel Bartuli und Jörn Weikamp ins Team zurückkehrten, fielen mit Quirin Stocker und Goalie Philip Lehr die nächsten Leistungsträger aus. Da auch Dennis Schütt, Christoph Koziol, Jan-Niklas Linnenbrügger und Kieren Vogel in Hamburg nicht mit von der Partie waren, spielte der HEV ohne sechs Akteure und verfügte mit Nachwuchstorhüter Pascal Lorenz lediglich über einen Schlussmann. Dieser machte seine Sache in seinem ersten kompletten Oberligaspiel gut, steigerte sich im Verlaufe der Begegnung, legte seine verständliche Anfangsnervosität schnell ab und sorgte besonders im letzten Drittel mit einigen sehenswerten Paraden fast im Alleingang dafür, dass sein Team an diesem Abend nicht zweistellig verlor. Leicht machten es dem 19jährigen seine Vorderleute dabei nicht. Immer wieder agierten sie sorglos und fast fahrlässig und ließen ihren Goalie mehrmals im Stich. Auszeichnungen verdienten sich hingegen Spieler, die sonst selten im Focus stehen und sich durch viel Kampfgeist bei den mitgereisten Fans positiv ins Gedächtnis brachten.

Bereits nach rund 30 Sekunden überrannten die Crocodiles die Herforder Defensive und erzielten durch Norman Martens das 1:0. Nur zwei Minuten später erhöhte Harrison Reed auf 2:0 und als Thomas Zuravlev in der 6. Minute bereits den dritten Treffer der Hamburger erzielte, war fast schon die Vorentscheidung gefallen. Erst als Dennis Reimer in der 11. Minute das Ergebnis auf 4:0 stellte, begannen die Ice Dragons, sich dem drohenden Debakel entgegenzustemmen. Nachdem Harrison Reed in der 19. Minute zum 5:0 einnetzte, verkürzte Ralf Rinke noch vor der Pause zum 1:5 in einer Unterzahlsituation.

Im zweiten Drittel stand der Herforder EV wesentlich besser, ließ nur noch wenige Gelegenheiten für die Gastgeber zu und versuchte sich selbst in Szene zu setzen. Dennoch waren es die Crocodiles, die in der 31. Minute in Person von Adam Domogalla trafen. Doch die Ice Dragons antworteten prompt und Philipp Brinkmann verkürzte in der 33. Minute auf 6:2. Nachdem Thomas Zuravlev in der 36. Minute auf 7:2 erhöhte, wurden ein letztes Mal die Seiten gewechselt.

Dominik Lascheit sorgte in der 42. Minute für das frühe 8:2 in Überzahl und als Sam Verelst in der 50. Minute den neunten Treffer für die Crocodiles schoss, drohte die erste zweistellige Niederlage der noch jungen Saison. Nun war es mehrfach Pascal Lorenz, der einige 100%ige Chancen und mehrere 1 auf 0-Situationen vereitelte und sich nach dem Spiel zurecht das Lob beider Headcoaches sicherte. Letztlich blieb Ralf Rinkes 3:9 in der 51. Minute der letzte Treffer des Abends.

Erfreulich war die gute und lautstarke Unterstützung der Herforder Fans, die trotz der Niederlage und des frühen und deutlichen Rückstandes ihr Team immer wieder anfeuerten und diesem somit Mut für die kommenden Aufgaben machten.

„Wir haben erst im zweiten Drittel begonnen, das zu spielen, was wir uns heute hier vorgenommen haben. Das erste Drittel rauscht komplett an uns vorbei, wir verteidigen in den ersten 20 Minuten schlecht und unsere Offensive arbeitet nicht so nach hinten, wie es erforderlich ist, wenn man hier heute bestehen will. Da haben wir unseren jungen Goalie, dem mein allergrößter Respekt heute gehört, viel zu oft im Stich gelassen. Wir hoffen alle, dass sich die Personalsituation im Verlauf der kommenden Woche wieder entspannt und dass wir schnell wieder punkten“, äußerte sich Coach Michael Bielefeld im Anschluss an die Begegnung.

Mit dem zweiten Null-Punkte-Wochenende hintereinander hat der Herforder Eishockey Verein im Kampf um die PrePlayOff-Plätze Boden verloren. Zwar ist die Saison noch jung und es sind gerade einmal 8 von 52 Spielen in der Vorrunde gespielt, dennoch sortiert sich die Oberliga Nord so langsam und die Ice Dragons benötigen Punkte, um den Anschluss an die PrePlayOff-Plätze nicht abreißen zu lassen.