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Ice Dragons auch gegen Duisburg siegreich

Schiedsrichterentscheidung sorgt für Unmut

Erfolgreiche Generalprobe mit Beigeschmack – der Herforder Eishockey Verein siegte im letzten Testspiel vor dem Saisonstart der Oberliga Nord mit 8:6 (4:2/2:2/2:2) gegen Aufsteiger Füchse Duisburg. Doch so richtig Freude über den fünften Sieg im sechsten Spiel der PreSeason wollte nicht aufkommen. Grund hierfür war eine Schiedsrichterentscheidung im zweiten Drittel, die nicht nur eine lange Spielunterbrechung zur Folge hatte, sondern auch Sperren auf Herforder Seite mit sich bringen wird.

Während die Ice Dragons die angeschlagenen Anton Seidel und Daniel Bartuli schonten, mussten die Füchse Duisburg auf gleich sechs Spieler verzichten. Im Tor der Herforder schenkte Coach Milan Vanek dem Nachwuchsmann Pascal Lorenz das Vertrauen, um für die anstehende Hauptrunde in der 3. Liga wertvolle Eiszeit zu sammeln. Der Herforder Goalie machte seine Sache sehr gut und zeigte einmal mehr, dass er ein wichtiger Bestandteil im Kader der Ostwestfalen ist.

Nachdem sich beide Mannschaften einige Minuten abtasteten, eröffnete Gleb Berezovskij in der 10. Minute den Torreigen. In Überzahl war er glänzend durch Rustams Begovs und Dominik Patocka in Szene gesetzt worden und vollendete zum 1:0. Zwei Minuten später erhöhte André Gerartz auf 2:0, dem Quirin Stocker nur wenige Sekunden später das 3:0 folgen ließ. Der Schwede Pontus Wernerson Libäck verkürzte in der 14. Minute im Powerplay auf 1:3 für die Gäste, bevor André Gerartz per Penalty, den zuvor Marek Krocker herausgeholt hatte, den alten Abstand wieder herstellte. Noch vor der Pause verkürzte erneut Pontus Wernerson Libäck auf 2:4 für die Füchse.

Im zweiten Spielabschnitt war gerade einmal die erste Spielminute abgelaufen, als André Gerartz mit seinem 3. Treffer auf 5:2 erhöhte. Als Logan DeNoble in der 32. Minute auf 6:2 erhöhte, deutete alles auf ein relativ unaufgeregtes Spiel hin. Doch dieses änderte sich abrupt rund 90 Sekunden vor der Pausensirene. Pontus Wernerson Libäck fuhr einen heftigen Bandencheck gegen den Herforder Verteidiger Lukas Krumpe, der daraufhin verletzt liegen blieb. In der Folge bildete sich dann ein Knäuel von Spielern, in dem zuerst Handschuhe und Helme und schließlich auch Fäuste flogen. Fast unbeachtet landete der Puck im Netz der Herforder. Nachdem die Schiedsrichter wieder alles sortiert hatten, folgten minutenlange Aufzeichnungen und Diskussionen der vier Unparteiischen. Die Referees entschieden zunächst einmal auf Tor für Duisburg – Torschütze Manuel Neumann – und ließen somit den Bandencheck unbestraft. Nun kam es zur Strafenverteilung. Auf Seiten der Herforder gab es eine 5-Minuten-Strafe für Logan DeNoble wegen Faustkampf, ebenso erhielt Quirin Stocker eine 5-Minuten-Strafe wegen Faustkampf und zudem eine Spieldauerdisziplinarstrafe, die eine Sperre nach sich zieht. Auf Seiten der Duisburger erwischte es Pontus Wernerson Libäck, der ebenfalls eine 5-Minuten-Strafe für den Faustkampf erhielt. Zur Verwunderung aller erhielt derselbe Spieler auch noch eine 2-Minuten-Strafe für einen Crosscheck, der jedoch nicht dem ursprünglichen Bandencheck zuzuordnen ist, da es sonst eine Spielunterbrechung bei kontrolliertem Scheibenbesitz der Duisburger hätte geben müssen. Offensichtlich ahndeten die Schiedsrichter also eine Szene, die im Nachgang des Ursprungschecks erfolgte, jedoch von fast allen Beteiligten unbemerkt blieb. Zu allem Überfluss handelte sich Coach Milan Vanek ebenfalls eine Spieldauerdisziplinarstrafe ein, indem er eine Plastiktrinkflasche auf das Eis warf und den Regeln entsprechend nun die Bank verlassen musste. Nachdem sich die Gemüter einigermaßen beruhigt hatten, ging es in Überzahl für die Füchse weiter, die kurz vor Ende des Drittels durch Michael Fomin auf 4:6 verkürzten.

Im Schlussabschnitt überstand Herford zunächst weitere drei Minuten in Unterzahl und sorgte dann wieder für Torgefahr. Max Pietschmann erhöhte in der 46. Minute auf 7:4, dem Lennart Schmitz das 5:7 in der 54. Minute folgen ließ. Vier Minuten vor dem Ende erzielte Nicklas Müller in Überzahl seinen ersten Treffer bei den Senioren und stellte beim 8:5 den alten Abstand wieder her. Manuel Neumann setzte in der 58. Minute schließlich in einer 5auf3-Situation den Schlusspunkt, indem er für die Füchse noch einmal auf 6:8 verkürzte.

„Zu der Schiedsrichterentscheidung möchte ich lieber gar nichts sagen. Aus Trainersicht ist das heute ein Spiel gewesen, mit dem wir nicht zufrieden sein dürfen. Da gibt es noch einige Aufgaben, die wir bis zum Saisonstart am Freitag in Tilburg haben. Wir wollen da wieder als Mannschaftseinheit auftreten und auch Tilburg wird uns erst einmal schlagen müssen“, analysierte Co-Trainer Gordon Nickel im Anschluss an die Begegnung.

Am Freitag um 20.00 Uhr starten die Ice Dragons bei den Tilburg Trappers in die neue Oberligaspielzeit, bevor es am Sonntag ab 18.00 Uhr zur Heimpremiere gegen die Rostock Piranhas kommt. Zwar gibt es für die sehr starke PreSeason keine Punkte, doch die Ice Dragons haben in den vergangenen 13 Tagen und sechs Vorbereitungsspielen sehr viel Werbung in eigener Sache betrieben und begeisterten die ostwestfälischen Eishockeyfans durch viel Kampfgeist und vor allem einer gehörigen Portion Teamspirit.