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Herforder Ice Dragons fehlt die Kraft

Achtbar geschlagen, aber chancenlos – der Herforder Eishockey Verein musste dem hohen Substanzverlust aufgrund eines dezimierten Kaders Tribut zollen und unterlag bei den Hannover Indians in der Oberliga Nord mit 1:4 (1:3/0:1/0:0). Nach einem Blitzstart beider Teams erarbeiteten sich die Gastgeber mit fortlaufender Spielzeit ein deutliches Übergewicht und siegten am Ende verdient, auch weil bei den Ice Dragons immer mehr die Kräfte schwanden. Dennoch verkauften sich die Ostwestfalen angesichts der personellen Probleme teuer. Bereits am Vormittag ereilte Chefcoach Michael Bielefeld die nächste Hiobsbotschaft. Mit Rustams Begovs musste ein weiterer Kernspieler verletzt passen und gesellte sich zu den bereits ausfallenden Dennis Schütt, Philip Lehr, Quirin Stocker, Daniel Bartuli und Marcnel Bathe hinzu. Christoph Koziol stellte sich jedoch in den Dienst der Mannschaft und lief früher als geplant nach überstandener Erkrankung auf und auch Björn Bombis, der sich am vergangenen Freitag verletzte, stand zur Verfügung, obwohl von einem Einsatz von Seiten der medizinischen Abteilung der Ice Dragons eigentlich abgeraten wurde.

Doch der HEV trotzte den schlechten Vorzeichen und ging bereits nach rund 30 Sekunden, zur Freude der rund 150 mitgereisten Fans unter den über 2000 Zuschauern, mit einem Distanzschuss von Philipp Brinkmann nach gewonnenem Bully in Führung. Die Indians zeigten jedoch keine Nervosität und konterten nur 90 Sekunden später durch Parker Bowles mit dem Ausgleich. Der Sekundenzeiger hatte danach keine komplette Umdrehung geschafft, da brachte Robin Palka die Gastgeber mit 2:1 in Führung. Nach dem fulminanten Beginn beider Mannschaften beruhigte sich das Spiel zunächst und es dominierten die Abwehrreihen. Selten gelangen torgefährliche Aktionen, wobei bereits früh der Eindruck entstand, dass die Gastgeber das Spielgeschehen gut im Griff hatten. Als Igor Bacek rund vier Minuten vor der ersten Drittelpause auf 3:1 erhöhte, ahnte der Herforder Anhang bereits, wie schwierig der Weg an diesem Abend für die ostwestfälischen Kufencracks sein würde.

Im zweiten Spielabschnitt mühte sich der HEV um Anschluss, stemmte sich mit viel Kampfkraft gegen die drohende Niederlage. Hannover agierte sehr konzentriert, ließ kaum Torgelegenheiten zu und wartete geduldig auf die sich bietenden Chancen. Diese ergab sich in der 32. Minute, als das nicht immer glücklich agierende Schiedsrichtergespann gegen Dennis König eine 2-Minuten-Zeitstrafe aussprach, mit der Jan-Niklas Linnenbrügger gar nicht einverstanden war und sich prompt ebenfalls auf der Strafbank wiederfand. Die Indians zögerten nicht lange, fanden im „5 gegen 3“ schnell die passende Powerplay-Aufstellung und zogen nach einer feinen Kombination durch Mike Mieszkowski in der 33. Minute auf 4:1 davon. In der 39. Minute rückte das Schiedsrichtergespann Sven Fischer und Hendrik Pernt ein weiters Mal in den Mittelpunkt. Elvijs Biezais und Nick Aichinger rauschten frontal ineinander und Fischer/Pernt werteten die Situation zurecht als Foul gegen Elvijs Biezais, sprachen jedoch mit einer sehr strengen 5 Minuten + Spieldauerdisziplinarstrafe das höchstmögliche Maß aus, womit der HEV nun weiter dezimiert wurde. So wurden beim Spielstand von 4:1 ein letztes Mal die Seiten gewechselt.

Im Schlussdrittel gelang den Herfordern keine Ergebniskorrektur mehr. Nach überstandener Unterzahl versuchten die Ice Dragons die Niederlage in Grenzen zu halten, während Hannover auch nicht mehr zu viel riskierte. Letztlich blieb es beim verdienten 4:1-Erfolg der Gastgeber.

„Ich kann meiner Mannschaft heute keinen Vorwurf machen, sie hat gearbeitet und versucht noch einmal alles abzurufen. Doch heute fehlte die Kraft nach dem intensiven Spiel vom Freitag. Mit Rustams Begovs fehlte kurzfristig ein weiterer Kernspieler und zwei Spieler hätten heute eigentlich überhaupt nicht auflaufen dürfen. Mein großer Dank gilt beiden Akteuren, dass sie sich der Mannschaft zur Verfügung gestellt haben. Wir schauen nun nach vorne und wenn ich auf meine lange Verletzten- und Krankenliste schaue, kehren drei Spieler auf jeden Fall ins Training zurück und dann geht es am kommenden Wochenende in zwei Spielen gegen Leipzig wieder von vorne los“, blickte Chefcoach Michael Bielefeld bereits auf die nächsten Duelle.

Mit der Niederlage rutschte Herford mit 10 Punkten aus 10 Spielen in der Tabelle auf Platz 11 ab, während Hannover sich auf Platz 2 verbesserte. Am kommenden Freitag treffen die Ice Dragons auf die Icefighters Leipzig, die bislang als Tabellenfünfter eine starke Saison spielen. Anbully in der heimischen imos Eishalle „Im Kleinen Felde“ ist um 20.30 Uhr, Tickets sind unter www.scantickets.de oder im Fachmarkt des Marktkaufs Herford im Vorverkauf erhältlich. Am Sonntag folgt um 18.00 Uhr das Rückspiel in Leipzig.