Herford gewinnt wildes Eishockeyduell gegen Leipzig

Herford gewinnt wildes Eishockeyduell gegen Leipzig

Nächster Eishockeykrimi – der Herforder Eishockeyverein entwickelt sich in der Oberliga Nord zum Spezialisten für knappe und äußerst spannende Spiele. Auch gegen die EXA Icefighters Leipzig war der Ausgang bis zur Schlusssirene offen. Am Ende gab es nach einem ständigen Auf und Ab einen 6:5 (2:2/4:3/0:0)-Erfolg der heimischen Ice Dragons, die damit den zweiten Saisonsieg einfuhren und sich auf Tabellenplatz 3 verbesserten, während das Gästeteam weiterhin auf den ersten Punktgewinn warten muss.

„Ich glaube, wenn wir noch ein paar Minuten weitergespielt hätten, wäre irgendwann nochmal das 6:6 gefallen“, äußerte sich Kapitän Björn Bombis im Anschluss an die Begegnung und war froh, dass sein Team einen glücklichen, aber durchaus verdienten Sieg eingefahren hatte.

Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch in einer temporeichen Begegnung. Chefcoach Jeff Job konnte auf dieselben Spieler zurückgreifen, die am vergangenen Wochenende erfolgreich in die Saison gestartet waren, sein Gegenüber Sven Gericke musste hingegen aufgrund von Verletzungen einige Umstellungen vornehmen. In der 5. Minute eröffnete Emil Lessard Aydin mit seinem ersten Treffer für den HEV den Torreigen, als er blitzschnell reagierte und einen Abpraller aufnahm und den Puck im gegnerischen Tor versenkte. Leipzig reagierte sofort und kam rund vier Minuten später zum Ausgleich, indem Ryan Warttig eine Überzahlsituation nutzte. In der Folge erhöhten beide Teams nochmals das Tempo und setzten auf den nächsten Treffer. Dieser sollte Ralf Rinke gelingen, der von der Mittellinie aus in das Drittel der Icefighters stürmte und Torhüter Patrick Glatzel mit einem harten Schuss durch die Beine überwand (13.). Doch erneut hatten die Gäste eine Antwort parat und egalisierten zwei Minuten vor der ersten Pausensirene in Person von Robin Slanina auf 2:2.

Im Mittelabschnitt waren es dann die Icefighters, die den ersten Treffer setzten. Maximilian Spöttel ließ in der 23. Minute HEV-Goalie Ennio Albrecht aus kurzer Distanz keine Abwehrmöglichkeit. 90 Sekunden später zeigte Lasse Bödefeld, wie wichtig er für die Ice Dragons bereits geworden ist. Mit einem gewaltigen Schuss in den rechten Torwinkel glich er für die Hausherren aus, die nun richtig in Fahrt kamen. In Überzahl kam die erste Reihe der Herforder schnell in die Powerplayposition und hebelte mit einer Passkombination über Ralf Rinke und Marius Garten die Abwehr der Leipziger aus,
sodass Christophe Lalonde nur noch vollenden musste. Der Jubel über die erneute Führung war noch nicht ganz abgeklungen, als Nico Schnell für die Ice Dragons von der blauen Linie abzog. Matyas Kovacs fälschte die Scheibe unhaltbar für den Gäste-Torhüter ab und erhöhte somit auf 5:3. Herford drängte nun auf die Vorentscheidung und erspielte sich weitere Großchancen. Als Björn Bombis fast zentral vor dem Leipziger Tor auftauchte, schaute er Gästekeeper Patrick Glatzel förmlich aus und ließ ihm keine Chance (32.). Nach dem sechsten Tor der Herforder wechselte Gästecoach Sven Gericke den Schlussmann und Eric Hoffmann kam zwischen die Pfosten. Nach einem Foul von Maximilian Spöttel an Marius Garten, musste der Leipziger für vier Minuten auf die Strafbank, während der Herforder Garten mit einer Lippenverletzung für einige Minuten das Eis verlassen musste. Die Ice Dragons wollten die Chance zur endgültigen Entscheidung nutzen und setzten den Gegner in der Überzahlsituation noch einmal unter Druck. Doch Christoph Lalonde, der insgesamt ein gutes Spiel zeigte, unterlief ein Abspielfehler im eigenen Verteidigungsdrittel, den Moritz Israel in der 38. Minute zum 4:6 nutzte. Die Icefighters waren ab sofort wieder hellwach und zurück im Spiel, während die Gastgeber ein wenig geschockt wirkten. 18 Sekunden vor der Pause gelang Hannes Albrecht aus einer Kontersituation heraus der Anschlusstreffer zum 5:6, der noch einmal für viel Spannung im Schlussabschnitt sorgte.

Im letzten Drittel merkte man beiden Teams an, dass Fehler unbedingt vermieden werden sollten. Angriffssituationen wurden zunächst deutlich länger ausgespielt, der frühe Abschluss nicht mehr gesucht. Dennoch gab es weiterhin gute Torgelegenheiten auf beiden Seiten und die Schlussmänner traten immer mehr in den Vordergrund. Die Icefighters erhöhten in der Schlussphase noch einmal den Druck, doch die Ostwestfalen hielten den Angriffsbemühungen der Gäste stand und hatten in Ennio Albrecht erneut einen sicheren Rückhalt im Tor. So brachte der HEV das knappe 6:5 über die Zeit und durfte den nächsten Sieg feiern.

Jeff Job waren einige individuelle Fehler natürlich nicht entgangen, dennoch zeigte er sich zufrieden: „Wir können das Spiel im zweiten Drittel entscheiden, bringen dann aber den Gegner noch einmal zurück. Am Ende sind wir ein glücklicher Gewinner mit drei Punkten mehr auf dem Konto.“

Bereits am Sonntag um 18.00 Uhr kommt es zur Revanche im Leipziger Kohlrabi-Zirkus. Da die Begegnung der Icefighters gegen Krefeld kurzfristig aufgrund eines Corona-Verdachtfalles von Seiten des KEV abgesagt werden musste und die Herforder Ice Dragons am Sonntag spielfrei hatten, einigte man sich gemeinsam mit dem DEB darauf, eine Begegnung aus dem Januar vorzuziehen. Auch die Revanche in Leipzig wird live auf Sprade TV übertragen. - som

  • Tore:
    • 1:0 (04:04) Emil Lessard Aydin (Matyas Kovacs)
    • 1:1 (08:35) Ryan Warttig (Michal Velecky / Connor Hannon) PP1
    • 2:1 (12:07) Ralf Rinke (Marius Garten / Björn Bombis)
    • 2:2 (18:14) Robin Slanina (Hannes Albrecht / Moritz Israel)
    • 2:3 (22:06) Maximilian Spöttel (Alexander Zille / Ryan Warttig)
    • 3:3 (23:37) Lasse Bödefeld (Nico Schnell / Matyas Kovacs)
    • 4:3 (24:45) Christophe Lalonde (Marius Garten / Ralf Rinke) PP1
    • 5:3 (25:24) Matyas Kovacs (Nico Schnell / Sebastian Christmann)
    • 6:3 (31:15) Björn Bombis (Ralf Rinke)
    • 6:4 (37:04) Moritz Israel SH1
    • 6:5 (39:42) Hannes Albrecht
  • Strafen:
    • Herford 14 Minuten
    • Leipzig 14 Minuten
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