Heimspiel-Doppelpack gegen ganz spezielle Gegner

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Am vierten Adventswochenende stehen für die Starbulls Rosenheim in der Eishockey-Oberliga Süd gleich zwei Heimspiele auf dem Programm. Am Freitag sind die jüngst durch zwei Importstürmer verstärkten und neu motivierten Passau Black Hawks zu Gast im ROFA-Stadion. Am Sonntag treffen die Starbulls dann auf den Deggendorfer SC, bei dem die Clubführung die Spieler nach dem bisher enttäuschenden Saisonverlauf deutlich und öffentlich in die Pflicht genommen hat und eine Leistungssteigerung einfordert. Wie sich die Starbulls in den beiden interessanten Spielen am Freitag ab 19:30 Uhr und am Sonntag um 17 Uhr schlagen, können die Fans jeweils live per Internet-Übertragung verfolgen.

„Keinesfalls an Deggendorf denken, bevor die Partie gegen Passau nicht gespielt ist“, fordert Starbulls-Chefcoach John Sicinski von seinem Team. Die Starbulls sind gegen den Aufsteiger aus der Dreiflüssestadt natürlich Favorit. Das erste Aufeinandertreffen auf Passauer Eis am 10. November gewannen die Grün-Weißen mit 10:2. Doch seither hat sich einiges geändert. Die Black Hawks haben sich mit zwei neuen ausländischen Stürmern deutlich verstärkt. Liam Blackburn, 24 Jahre junger Kanadier, gab bereits am vergangenen Sonntag sein Debüt gegen den SC Riessersee – und was für eines: Mit dem entscheidenden Treffer zum 2:1 schoss er nach nur 16 Sekunden Verlängerung den Aufsteiger zum ersten Saisonsieg. Am Tag danach wurde mit dem US-Amerikaner Jeff Smith ein weiterer Hochkaräter verpflichtet. Der 32-jährige Stürmer spielte bereits für Regensburg und Lindau in der Oberliga Süd und kam in 92 Partien auf 113 Scorerpunkte. Im ROFA-Stadion feierte er nun seine Premiere im Team von Trainer Ales Kreuzer. Und die Black Hawks schreiben von großer Vorfreude auf das Spiel, in dem sie sich für die zweistellige Schlappe im Heimspiel revanchieren wollen. Es kommt also ein alles andere als typischer Tabellenletzter am Freitag an die Mangfall.

„Ich denke, das wird ein völlig anderes Spiel als damals bei unserem 10:2-Sieg auswärts“, sagt auch John Sicinski, der den Gegner im erfolgreichen Spiel gegen Riessersee genau beobachtet hat. „Die waren viel aggressiver und läuferisch sehr gut unterwegs. Wir dürfen sie keinesfalls unterschätzen“. Durch die Niederlage in Höchstadt am Freitag der Vorwoche sind die Starbulls zusätzlich gewarnt, dass in der Liga jeder jeden schlagen kann. Das Rosenheimer Tor wird wie schon im ersten Spiel gegen Passau am Freitag der junge Jonas Stettmer hüten.

Zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit kommen es die Starbulls am Sonntag mit dem Deggendorfer SC zu tun – ebenfalls im heimischen ROFA-Stadion. Angesichts des elften Spiels binnen 24 Tagen kommt es dem Rosenheimer Eishockeytross natürlich entgegen, an diesem Wochenende gar nicht in den Bus steigen zu müssen. Mit dem Schlittschuhclub aus der Donaustadt am Rande des bayerischen Waldes treffen die Starbulls auf einen Gegner, bei dem eine riesige Lücke zwischen Qualität und Anspruch einerseits und bisheriger Punkteausbeute andererseits klafft. Fünf Siegen stehen sieben Niederlagen gegenüber – mit 16 Punkten aus zwölf Spielen ist der DSC weit davon entfernt, seiner zugeschriebenen Rolle als Meisterschaftsfavorit auch nur annähernd gerecht zu werden. Zuletzt lieferte die Mannschaft bei der 1:6-Niederlage in Weiden eine „blutleere Vorstellung“ (offizielles Vereinszitat) ab. Vom deutsch-polnischen Stürmer Noureddine Bettahar trennt man sich (Vertrag wurde nicht verlängert), weitere Personalien im Spielerkader stellte man auf den Prüfstand. Den Druck von außen ausschließlich auf Trainer Henry Thom fokussieren zu lassen, das lasse man nicht zu.

„Deggendorf müsste natürlich viel viel weiter oben in der Tabelle stehen“, sagt auch deren ehemaliger Trainer und heutiger Starbulls-Chefcoach John Sicinski, der seine Mannschaft vor einem „angeschlagenen Boxer“ warnt, der bekanntlich ganz besonders gefährlich sein kann. Sicinskis Forderung an sein Team: „Wir müssen das Spiel von Beginn auf unsere Seite ziehen und dürfen kein Momentum für den Gegner zulassen“. Dieser Gegner muss wohl auch in Rosenheim weiterhin auf seine Gallionsfigur im Sturm verzichten. Doch das Comeback von Thomas Greilinger, der wegen einer Thrombose im Bein noch kein Saisonspiel bestreite konnte, ist inzwischen absehbar. Mit Spielern wie Tadas Kumeliauskas, der in der vergangenen Spielzeit für die Starbulls für Furore sorgten, Rene Röthke, Elia Ostwald, Serjej Janzen, Andrew Schembri, Andreas Gawlik, Chase Schaber, Marcel Pfänder und viele anderen haben die Deggendorfer freilich auch ohne Greilinger extreme Qualität im Kader.

Die haben aber auch die Starbulls – und zwar im Kollektiv, zu dem zuletzt auch viele ins eiskalte Wasser geworfene Nachwuchsspieler ihren Teil beitrugen. Auch deshalb können die Grün-Weißen trotz des Mammutprogramms der letzten Woche stets bis zum Spielende konzentriert und spritzig agieren. Gegen Passau und Deggendorf steht voraussichtlich der gleiche Kader wie beim 5:1-Auswärtssieg am Dienstag in Lindau zur Verfügung. Verteidiger Dennis Schütt soll zum Weihnachts-Auswärtsspiel gegen Riessersee zurückkehren, Kevin Slezak muss dagegen bis Mitte Januar zuwarten. Frühestens dann ist auch wieder mit U20-WM-Fahrer Enrico Henriquez-Morales im Starbulls-Trikot zu rechnen.

Die Spiele der Starbulls gegen Passau am Freitag (Spielbeginn 19:30 Uhr) und Deggendorf am Sonntag (17 Uhr) werden live und kommentiert über das Internet übertragen (www.sprade.tv).