ESC Planegg holt Meistertitel der Frauen-Bundesliga – 4:1 im Finale gegen Berlin

ESC Planegg holt Meistertitel der Frauen-Bundesliga – 4:1 im Finale gegen Berlin

DFEL-Rekordmeister ESC Planegg hat den ersten Meistertitel im deutschen Eishockey seit Ausbruch der Corona-Pandemie errungen. Der Hauptrundenzweite besiegte im Endspiel des Final-Four-Turniers der Frauen-Bundesliga (DFEL) in Füssen die Eisbären Juniors Berlin mit 4:1 (1:0, 1:0, 2:1) und holte zum insgesamt achten Mal in der Vereinsgeschichte die deutsche Meisterschaft. Die Berlinerinnen hatten sich tags zuvor überraschend gegen Hauptrundensieger ERC Ingolstadt durchgesetzt. Die Donaustädter sicherten durch ein 2:1 (2:1, 0:0, 0:0) gegen die ECDC Memmingen Indians zumindest noch Rang drei.

Planegg hatte im Finale gegen couragierte Eisbärinnen schon im ersten Drittel erkennbare Vorteile. Kerstin Spielberger (7.) brachte das Team von Trainer Marcel Breil auf die Siegerstraße, bevor Theresa Knutson die große Ausgleichschance für Berlin hatte, mit einem Penalty aber an Planeggs Torhüterin Franziska Albl scheiterte. Jacyn Reeves (40.) erhöhte kurz vor Ende des zweiten Drittels in Unterzahl auf 2:0. Im Schlussabschnitt trafen für Planegg schließlich noch Justine Reyes (41.) im Powerplay und Spielberger (60.) mit ihrem zweiten Tor wenige Sekunden vor der Schlusssirene. Zwischenzeitlich keimte nach dem 1:3 von Lucie Gelhaar (52.) noch einmal kurz Hoffnung bei Berlin auf.

Im kleinen Finale erwischte Ingolstadt einen Start nach Maß und ging durch Tanja Eisenschmid (1.) und Celina Haider (5.) schnell mit 2:0 in Führung. Memmingen verkürzte durch Sonja Weidenfelder (17.) noch im ersten Drittel auf 1:2. Der ERC musste bis in die letzten Sekunden des Spiels hart kämpfen, um den knappen Vorsprung zu verteidigen.

Mit dem Final-Four-Turnier endete eine Saison, die trotz der coronabedingten Einschränkungen nahezu reibungslos verlief und in der nur sehr wenige Spielverlegungen zu verzeichnen waren. Die deutschen Nationalspielerinnen blicken nun in Richtung WM in Kanada (6. bis 16. Mai), ab 22. März startet die erste Phase der Vorbereitung für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes e.V., die bei der WM von Franziska Busch in Vertretung für Frauen-Bundestrainer Christian Künast gecoacht wird.

DEB-Interims-Sportdirektor Christian Künast: „Wir haben ein sehr intensives und gutes Frauen-Eishockey der vier besten Mannschaften der Saison gesehen und einen überraschenden Finalisten. Es waren zudem sehr viele Nationalspielerinnen zu beobachten, das machte es noch interessanter. Es war eine rundum gelungene Sache und dafür gebührt auch der Turnierorganisation ein Dank.“

U18-Frauen-Bundestrainerin Franziska Busch: „Es waren interessante und enge Spiele auf einem guten Niveau. Man hat hier auch eine mentale Komponente beobachten können, denn so ein Turnier bedeutet auch eine besondere Drucksituation. Das Turnier war ein Spiegelbild der Saison, denn Berlin war auch schon zuvor immer wieder einmal für eine Überraschung gut. Die Mannschaft, die zweimal eine gute Leistung abgerufen hat, hat letztlich gewonnen. Die Nationalspielerinnen erhalten nun eine Regenerationswoche, um den Kopf freizubekommen und dann treffen wir uns am 22. März zur ersten Phase der WM-Vorbereitung.“

Monika Pink (Kapitänin ESC Planegg): „Jedes Jahr, jedes Mal ist es ein Hammer, jedes Mal mit einem neuen Team. Das Team wieder zu formen und dann wieder zu gewinnen. Es haben so viele Spielerinnen gesagt, sie können es noch gar nicht glauben, es ist Wahnsinn.“

Franziska Albl (Torhüterin ESC Planegg): „Jede Meisterschaft ist besonders und gerade nach so einem Jahr mit all den Schwierigkeiten, ist es einfach Wahnsinn, das Ding dann zu holen. Wir haben die ganze Saison richtig hart gearbeitet und auch jetzt am Wochenende alles gegeben.“