Eishockey-Oberliga Süd startet die Reise in eine ungewisse Zukunft

Eishockey-Oberliga Süd startet die Reise in eine ungewisse Zukunft

Islanders inmitten Traditionsvereinen und den Toten Hosen

Lindau (EVL) Die Toten Hosen sind mit von der Partie, drei Traditionsvereine sammelten in der Vergangenheit zusammen 29 Deutsche Meistertitel und mittendrin in diesem illustren Umfeld tummeln sich die EV Lindau Islanders: Am kommenden Wochenende startet die Eishockey-Oberliga, die dritthöchste Spielklasse hierzulande, in die Saison.

Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie beginnt für die 13 Süd-Vereine, darunter mit dem EV Füssen (13 DM-Titel), dem SC Riessersee (10 DM Titel) und den Starbulls aus Rosenheim (3 DM-Titel) drei „Schwergewichte“ der nationalen Eishockey-Szene, eine Reise in eine ungewisse Zukunft. „Es wird eine Saison, die man nicht mit normalen Maßstäben messen kann und in der uns die Pandemie vor immer neue Herausforderungen stellen wird“, sagt Marc Hindelang, als Vizepräsident beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) für die beiden Oberligen Nord und Süd zuständig und in Personalunion auch Präsident der EV Lindau Islanders.

Saisonziel der Inselstädter, die 2015 bayerischer Meister waren und ein Jahr später den Aufstieg wahrnahmen, ist ein Platz in der Meisterrunde. Ein schwieriges Unterfangen unter den ungewöhnlichen Vorzeichen. Zuschauer sind im November nicht zugelassen, wenigstens überträgt SpradeTV alle Partien im Live-Stream. Alle Oberligisten nutzen das Sprade-Angebot, damit ihre Fans die Spiele gegen ein geringes Entgelt direkt, in Farbe und mit Stereoton verfolgen können. Für die Klubs ist es ein willkommenes Zubrot in zuschauerlosen Eisarenen.

Der Spielplan, der die Inselstädter am Freitag (6. November) zum Auftakt nach Höchstadt reisen lässt, sieht zunächst eine Einfachrunde vor. Im Anschluss daran folgt die Meisterrunde (Plätze 1 bis 10). Die geplante Verzahnungsrunde (Plätze 11 bis 13) mit den Bayernligisten entfällt, da die Bayernliga derzeit den Spielbetrieb gestoppt hat. Eine Alternative für die Oberliga-Vereine wird derzeit vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) erarbeitet.

Eines der neu designten Trikots trägt künftig der Schwede Linus Lundström, 29 Jahre alt und Stürmer. Empfohlen wurde er von Landsmann Frederik Widén, der als Publikumsliebling nach 2018/2019 in seine zweite Saison am Bodensee geht. Trainiert wird der Kader von Gerhard Puschnik, einer Legende aus Vorarlberg, der sich als Spieler und Trainer einen ausgezeichneten Ruf weit über seine Vorarlberger Heimat verschafft hat.

Der 53 Jahre alte Österreicher gewann als Spieler mit Feldkirch mehrere nationale Titel und als Höhepunkt die European Hockey League. Als Nationalspieler nahm der Außenstürmer an drei Olympischen Winterspielen (1988, 1994 und 1998) teil. Später stand der Vorarlberger als Chefcoach beim SC Rheintal, beim EHC Chur (Schweiz), im österreichischen Kapfenberg und zuletzt beim WSG Svarovski Wattens am Rande der Bande.

Einen glänzenden Ruf im deutschen Eishockey erwarben sich in der Vergangenheit auch drei Traditionsvereine aus Garmisch-Partenkirchen, Rosenheim und Füssen, auch wenn die Hochzeiten schon ein paar Jahrzehnte zurückliegen. Ein paar Schwierigkeiten später spielen alle drei nun in der Oberliga. Der SC Riessersee feierte im Oktober 2020 seinen 100. Geburtstag, Rosenheim zählt zusammen mit dem Deggendorfer SV zum Titelkandidaten.

Und der EV Füssen wirbt auf seinen Trikots mit dem Schriftzug „Steh auf, wenn du am Boden bist“, einem Song der Toten Hosen. Die Verbindung zu der Düsseldorfer Punkband stellte Ulli Hiemer her, ein Füssener Urgestein, später bei der Düsseldorfer EG aktiv und seit Anfang der 90er Jahren enger Freund der Band-Mitglieder. Als Hiemers Heimatverein Unterstützung dringend notwendig hatte, sprangen die Toten Hosen ein, zwei Live-Konzerte im Füssener Eisstadion belegen die enge Verbindung, Frontman Campino ist seit zehn Jahren Ehrenmitglied. Nach erfolgreichem Oberliga-Aufstieg im Vorjahr ziert der Tote-Hosen-Songtitel – so etwas wie das Vereinsmotto – das Trikot der Allgäuer.

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