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Ein weiterer Stürmer unterschreibt für zwei Jahre

Lukas Koziol wechselt zum SC Riessersee

In den 70‘er Jahren spielte beim FC Bayern Georg Schwarzenbeck. „Katsche“, wie sein Spitzname lautet, war für seine harte Defensivarbeit bekannt – er hielt über viele Jahre Franz Beckenbauer den Rücken frei, sodass dieser das Spiel seiner Mannschaft kontrollieren und gestalten konnte. Oft stand er nicht im Mittelpunkt, und doch waren Fans und Trainer froh, ihn in ihrer Mannschaft gehabt zu haben. Der SC Riessersee darf sich in den kommenden beiden Jahren ebenso auf einen „Katsche“ freuen – Lukas „Katsche“ Koziol. Der 26-jährige hat, außer seinen Spitznamen, allerdings wenig gemeinsam mit Schwarzenbeck. Anders als der Verteidiger Schwarzenbeck ist Koziol Stürmer und weniger für die sogenannte dreckige Arbeit, sondern mehr für Kreativität und Spielwitz bekannt. Sozusagen eher einer der Kategorie „Franz Beckenbauer“ und weniger sein Spitznamensvetter.

Der in Füssen geborene Koziol machte seine ersten Schritte beim EVF. Anschließend zog es den Linksschützen nach Berlin in die Jugendakademie der Eisbären, für die er auch viermal in der DEL auflief. Weiter führte ihn sein Weg anschließend zu den Krefeld Pinguinen. In zwei Jahren sammelte der Mittelstürmer in 55 DEL-Partien Erfahrungen in der höchsten deutschen Spielklasse. Parallel dazu spielte er mit einer Förderlizenz für die Lausitzer Füchse in der DEL2 und für die Füchse Duisburg in der Oberliga Nord. Anschließend unterschrieb der 1.80 m große Center bei den Kassel Huskies, von wo er für fünf Partien an die Adler Mannheim ausgeliehen wurde. Nach einem Jahr in Kassel verlagerte der ruhige Füssener seinen Lebensmittelpunkt nach Frankfurt und spielte dort 2 ½ Jahre in der DEL2- dort gelangen ihm in 91 Spielen insgesamt 55 Punkte. Aufgrund von schweren Verletzungen und der damals unsicheren Vertragslage wegen der Coronapandemie entschied sich Koziol, seine Schlittschuhe an den Nagel zu hängen und eine Ausbildung im Finanz- und Immobiliengeschäft zu absolvieren: „Wir standen bereits vor ein paar Jahren mit Lukas in Kontakt. Damals, nach seiner Zeit bei den Löwen Frankfurt, hatte er eine schwierige Phase aufgrund einiger Verletzungen und wollte mit dem Profieishockey eigentlich aufhören und sich lieber auf seine Ausbildung statt auf Eishockey konzentrieren. Umso mehr freut es uns, dass wir nun zusammengekommen sind und wir Lukas in den kommenden beiden Jahren in weiß-blau sehen werden.“, freut sich Geschäftsführer Panagiotis Christakakis auf den Center.

In den vergangenen beiden Jahren absolvierte Koziol zwar seine Ausbildung, vom Eishockey konnte er jedoch doch nicht ganz loslassen. So zog es ihn in den letzten beiden Spielzeiten nach Rostock in die Oberliga Nord, wo er neben seiner Ausbildung in 72 Oberligapartien beachtliche 86 Punkte erzielen konnte und eine wichtige Stütze des Teams war.

Ab der kommenden Saison wird der Bruder von Fabian Koziol, Verteidiger beim ESV Kaufbeuren, für den SC Riessersee auf Torjagd gehen: „Ich bin schon längere Zeit in Kontakt mit den Verantwortlichen beim SC Riessersee gestanden und wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden und waren uns dann auch sehr schnell einig. Ich wollte wieder zurück in die Heimat und da war der SCR mein einziger Ansprechpartner. Der Plan und die Ziele, die in Garmisch-Partenkirchen ausgegeben wurden, decken sich mit meinen Erwartungen und Ansprüchen.“, erklärt Koziol.

Nach seiner Phase, in der er eigentlich mit dem Profieishockey abgeschlossen hatte, merkte „Katsche“, wie sehr er doch noch Lust verspürt auf die tägliche Arbeit auf dem Eis: „Ich habe einfach wieder richtig Lust mit einem konkreten Ziel, Eishockey zu spielen und etwas zu erreichen. Eishockey macht viel mehr Spaß, wenn man erfolgreich ist, das durfte ich in den vergangenen Jahren lernen.“ blickt der Stürmer voraus und erklärt seine Entscheidungsfindung: „Ich habe vor meiner finalen Entscheidung länger mit Felix Linden geredet, ihn kenne ich noch von früher und er hat mich in meiner Entscheidung nochmals bestätigt. Als Füssener kenne ich den SCR, seit ich ein kleiner Junge war. Mir gefällt, dass der Klub sich nach oben orientiert und wieder oben mitspielen möchte. Vor allem auch die sehr professionellen Strukturen gefallen mir hier. Ich denke, nur so kann man erfolgreich Eishockey spielen.“

Sein neuer Trainer Pat Cortina kannte Koziol bisher nur als Gegenspieler während seiner DEL-Zeit und freut sich nun mit ihm eine wichtige Position besetzt zu haben: „Lukas hat bereits einiges an Erfahrung in seinem Alter gesammelt und besitzt zudem auch ein sehr gutes Gespür für Eishockey. Charakterlich ist Lukas ein sehr anständiger und gut erzogener junger Mann. Ich erwarte mir von ihm, dass er eine Schlüsselrolle in unserem Team einnehmen wird kommende Saison. Er hat bereits höherklassig Erfahrung sammeln dürfen und hat in den vergangenen Jahren auch in der Oberliga sehr gut gespielt. Er wird einen großen Beitrag dazu leisten, dass wir unser Spiel auf die richtige, auf die erfolgreiche Art und Weiße spielen. Dabei geht es in erster Linie nicht nur um Punkte oder Tore sondern um das „Wie“ der täglichen Arbeit auf und abseits der Eisfläche.“