DEB-Stimmensammlung vor der U20-WM in Edmonton

DEB-Stimmensammlung vor der U20-WM in Edmonton

Interims-Sportdirektor Christian Künast …

… zur aktuellen Situation bei der U20-Nationalmannschaft

„Wir haben keine optimale Ausgangsposition, das wissen alle. Wir nehmen es so wie es ist, wir können es nicht ändern. Wovon jetzt schon profitieren, das ist der gute Charakter und Zusammenhalt im Team.

Wir wurden überrascht von drei positiven Tests nach der Ankunft, nachdem wir im Vorfeld alles getan haben und alles richtig gemacht haben. Davon bin ich überzeugt und das kann ich auch behaupten. Wir haben die vorgeschriebenen Tests der IIHF eingehalten, wir haben zusätzlich noch einen letzten Test am Samstag vor der Abreise gemacht, der wie alle anderen negativ war. Wir sind negativ angereist und dann ist einfach wie es ist. Es ist ein Virus, das nicht kontrollierbar ist und drei unserer Spieler waren in Edmonton positiv. Das ist der Fakt, und dass sich das dann etwas verbreitet hat, sodass wir am Ende jetzt bei acht Spielern sind, das müssen wir so hinnehmen.

Die Quarantäne wurde für das Team ausgeweitet, wir dürfen Stand heute am 24. Dezember raus, wenn alle Tests negativ sind. Ich verhandele mit der IIHF, die uns sehr unterstützt und mit dem Staat Alberta, dass wir vielleicht einen Tag früher rauskönnen und dann müssen wir weitersehen. Wir gehen Schritt für Schritt, wir bleiben positiv.“

… zur möglichen Verbreitung des Virus und dem Gesundheitszustand der Betroffenen

„Über die Verbreitung kann man nur spekulieren. Ich habe das Virus selbst gehabt nach dem Deutschland Cup und die mögliche Kontaktperson elf Tage davor zuletzt getroffen. Auch jetzt war es so, dass wir in Füssen sieben Tage in einer Bubble waren, die in meinen Augen perfekt funktioniert hat, wo sehr gut getestet worden ist – und es hat vermutlich einfach jemand mitgebracht. Ob es im Bus oder im Flugzeug zur Übertragung kam, ob es am Flughafen war, ob es vielleicht schon in der Kabine war, das kann man nicht sagen, das ist reine Spekulation. Dass es dann schnell geht, da gibt es aus anderen Sportarten oder auch beim Eishockey genügend Beispiele.

Wir haben im Beisein der Ärztin mit allen Betroffenen gesprochen, die Symptome sind soweit relativ gering, der eine oder andere hat etwas Halsweh, der eine oder andere war auch mal etwas schlapp, der eine oder andere hat auch mal erhöhte Temperatur gehabt. Im Großen und Ganzen sind alle fit, fühlen sich gut, nehmen teilweise an den Workouts teil. Wenn es so bleibt, sind wir relativ gut davongekommen. Bevor jemand aufs Eis zurückkehren oder gar spielen kann, wird der aber auf Herz und Nieren geprüft, nur dann wird es von uns ein Okay geben zum Spielen.“

… zu Sinn und Wert des Turniers aufgrund der Umstände

„Die Sinnfrage ist hier natürlich zu beachten und ich verstehe das auch und vor allem von außen. Es ist eine U20-WM in Kanada, Eishockey hat grundsätzlich einen hohen Stellenwert hier und dann gibt es nach der A-WM international nichts Größeres. Was man nicht vergessen darf: Für viele Jungs ist das eine einmalige Gelegenheit in ihrem Leben, sich auf dieser Bühne zu präsentieren. Dass die Gesundheit bei uns dennoch an erster Stelle bleibt, ist völlig klar.

Ich glaube, dass die IIHF, Hockey Canada und der Staat Alberta das im Vorfeld gut gemanagt haben, leider hat es uns getroffen. Ansonsten scheint es zu funktionieren. Ich glaube, der sportliche Wert wird da sein. Meine persönliche Meinung ist: Solange ich mit gutem Gewissen sagen kann, gesundheitlich ist alles in Ordnung bei unseren Spielern, halte ich es weiterhin für sinnvoll, diese WM durchzuführen.“

… zu Rückkehr der betroffenen Spieler

„Der Plan ist: Wenn jemand sieben Tage symptomfrei ist – und da haben wir jetzt schon einige, dann müssen sie ein Return-to-play-Protokoll durchlaufen. Das dauert hier zwei Tage und da werden sie auf Herz und Nieren getestet, und wenn von allen Ärzten des Veranstalters das Okay kommt – und ich habe nie so viele Ärzte bei einer Sportveranstaltung gesehen wie hier, dann kommt im nächsten Schritt die Entscheidung unserer medizinischen Abteilung und auch vom Trainerteam, ob es Sinn macht oder nicht. Stand jetzt sind es 15 Spieler plus zwei Torhüter, irgendwann im Verlauf des Turniers hoffen wir, dass wir alle wieder an Bord haben.“

… zu mehr Spieler im Kader als Alternativen

„Wir haben auch in diese Richtung gedacht, aber es gibt ganz klare Regularien. Die IIHF hätte erlaubt, 27 Spieler mitzunehmen, aber dann hätten vorm ersten Spiel zwei Spielern heimgeschickt werden müssen. Ab dem 24. Dezember dürfen definitiv nur noch 25 Spieler da sein. Wir haben uns dann auch bei den anderen Nationen erkundigt, alle sind mit 25 angereist, nur bei Russland weiß ich es nicht. Unsere Überlegung war: Stellen sie sich vor, sie fliegen als Teammitglied nach Kanada, sie werden aus welchen Gründen auch immer aussortiert und müssen dann am 24. Dezember allein nach Deutschland fliegen und kommen dann irgendwann am 25. Dezember an mit der Enttäuschung, nicht dabei und am Heilig Abend nicht zu Hause gewesen zu sein. Bei allem, was sportlich wichtig ist: da muss man an den Menschen denken und das haben wir gemacht. Schließlich gab es dann auch die Empfehlung der IIHF, nur mit diesen 25 Spielern anzureisen. In Füssen hatten wir mehr Spieler vor Ort, waren auf Ausfälle vorbereitet, auch auf der Trainerposition. Wie gesagt, in Füssen ist in unseren Augen alles sehr positiv gelaufen und wir waren sehr gut vorbereitet. Dass wir dann überrascht wurden, dafür kann keiner etwas.“

… zu den Spielern auf dem Eis

„Die zehn Personen, die jetzt raus dürfen, die hatten in dem vorgegebenen Zeitraum von 14. September bis 28. November eine Covid-19-Infektion. Damit ist man automatisch frei für 90 Tage. Frei bewegen heißt hier, zwischen Hotel und Eisstadion, nicht mehr, und das auch zu festen Zeiten. Das ist der Grund, warum diese sechs Spieler und insgesamt zehn Personen seit 18. Dezember aus der Quarantäne dürfen - und diese Fälle gibt es auch bei anderen Nationen.“

U20-Bundestrainer Tobias Abstreiter …

… zur aktuellen Situation

„Wir werden uns natürlich anders vorbereiten als gedacht und geplant. Wir sind nur in unseren vier Wänden und bewegen uns da. Wir haben zwei Zimmer-Workouts täglich und haben auch noch ein Spinning Bike bekommen, sodass jeder auch sein Herz-Kreislauf-System in Schwung bringen kann. Klar ist, dass die acht Spieler noch nicht eingeplant werden können ins Training. Falls wir wie geplant am 24.

Dezember rauskommen, werden wir mit 15 Spielern und zwei Torhütern auf dem Eis stehen und uns mit diesen auf die ersten Spiele vorbereiten.

Wir wissen noch nicht im Detail, wie das Return-to-play der Positiven aussehen wird, das müssen wir abwarten. Aber eins ist auch klar: Die Gesundheit der Spieler steht im Vordergrund und hat allerhöchste Priorität, wir werden nichts riskieren auf Kosten der Gesundheit eines unserer Spieler.“

… zur Zielsetzung

„Die Zielsetzung bleibt gleich, die Herangehensweise verändert sich, das ist klar. Wir müssen da realistisch sein und bleiben. Wir kommen aus einer zehntägigen Quarantäne und spielen die erste Spiele dann gegen die Top-Nationen Finnland und Kanada. Diese beiden Spiele werden wir als gutes Wettkampftraining annehmen. Wir wollen uns mit diesen Spielen auch bestmöglich vorbereiten auf die Spiele gegen die Slowakei und die Schweiz. Die Jungs sind hungrig, sie wollen alle spielen und wir wollen unser Ziel erreichen.“

… zu Sinn des Turniers

„Man stellt die Sinnfrage: Muss es wirklich sein? Jeder in Kanada liebt Eishockey, das spürt man. Ich glaube, es bringt einen kleinen Teil Normalität zurück für jeden, der Eishockey liebt. Das ist die Message, die ich von außen aus dem privaten Umfeld bekommen habe.“

… zu Tim Stützle

„Tim wird in unsere Mannschaft eine tragende Rolle übernehmen, er wird mit bestem Beispiel vorangehen, er wird ein Leistungsträger sein. Tim wird auch das Kapitänsamt übernehmen, das kann ich jetzt schon sagen. Er ist ganz einfach jetzt auch in jedem Workout, in jedem Meeting, das wir haben, sehr positiv, lässt sich nicht runterziehen, gibt auch seine Energie weiter, das möchte ich auch erwähnen. Er will da vorneweg marschieren.

Wie es dann von der Leistung aussehen wird, da müssen wir auch alle realistisch bleiben, denn wir wissen auch, dass die Jungs normalerweise eine Top-Vorbereitung brauchen, jeden Tag auf dem Eis sein müssen, jeden Tag gutes Off-Ice-Training absolvieren müssen, um auf diesem Level mithalten zu können. Dass hier jetzt etwas abgeht, das müssen wir alle sehen und realistisch und vorsichtig einschätzen, welcher Spieler, welche Leistung bringen kann. Eines ist aber auch klar, die Jungs werden alle alles geben für Team Deutschland.“

… zum aktuellen Jahrgang

„Der aktuellen Mannschaft trauen wir unter normalen Umständen sehr viel zu, da hatten wir unsere Ziele auch klar besprochen. Wir haben sehr gute Spieler in unseren Reihen, wie auch der Draft gezeigt hat – und es kommen auch gute nach.

Von der aktuellen Mannschaft sind über 50 Prozent aus dem jüngeren Jahrgang, das heißt, alle werden auch für nächstes Jahr sehr, sehr wichtige Erfahrungen mitnehmen und sich weiterentwickeln. Unter normalen Vorzeichen wäre die Mannschaft bestimmt für eine Überraschung gut, aber wir werden alles daransetzen, um dennoch so gut wie möglich in das Turnier hineinzukommen und schon auch unseren Stempel aufzudrücken.“

John Peterka …

… zum Teamgeist

„Natürlich ist das für alle hier eine blöde Situation, aber wir haben schon in Füssen gezeigt, dass wir ein super Team sind und ich glaube auch, dass es, wenn wir aus dieser Situation gut rauskommen, bestätigt, was für ein gutes Team wir sind. Wir versuchen, unser Bestes auf dem Eis zu geben, die Jungs versuchen, das Beste aus den Workouts herauszuholen. Wenn wir dann alle wieder zusammen auf dem Eis sind, sind wir glücklich.“

… zu Aufmerksamkeit für ihn und Tim Stützle

„Druck ist nicht da, wir spielen einfach, weil es uns Spaß macht und wir es genießen, auf einer so großen Bühne zu spielen. Ich denke schon, dass nochmal mehr Leute auf uns schauen, da wir jetzt gedraftet sind und wir können uns nochmal mehr zeigen. Ich denke, das ist auch ein schönes Gefühl für uns beide.“

… zu Spielpraxis in Salzburg

„Die Spielpraxis hat mir sehr gut getan, da ich ja einer der wenigen war, der wirklich eine Saison gespielt hat. Ich denke, nach der WM geht es erst mal wieder nach München für mich und wenn ich ins NHL-Camp gehe, wird Buffalo mir die weiteren Schritte sagen.“

… zu Perspektive in Buffalo

„Es gab immer wieder Gespräche, aber da ging es eher darum, wie die Saison läuft, was meine Ziele sind. Über Einsätze und Ähnliches haben wir noch nicht gesprochen. Ich denke, dass sie das Camp abwarten und dann da nochmal schauen – und dann gibt es sicher ein paar weitere Gespräche und dann werde ich weitersehen.“

Tim Stützle …

… zum Teamgeist

„JJ hat es gesagt, wir sind eine wirklich coole Mannschaft, alles verstehen sich super untereinander und auch die Coaches und der Staff versuchen nur das Beste für uns. Wir haben jetzt Räder auf dem Zimmer, wir telefonieren und haben Meetings zusammen. Wir versuchen einfach alle, positiv zu denken und dass wir schnell wieder auf das Eis können. Darauf freuen wir uns alle sehr.“

… zur Kapitänsrolle

„Kapitän zu sein, ist eine riesengroße Ehre für mich. Es ist schon eine Ehre, überhaupt für Deutschland zu spielen und dann die Mannschaft noch führen zu dürfen, ist ein unbeschreibliches Gefühl und wir haben dieses Jahr eine Mannschaft, bei der es leicht fällt. Ich versuche, die Mannschaft zu führen und mit einem positiven Beispiel voranzugehen.“

… zu Aufmerksamkeit in Kanada für ihn und John Peterka

„Wir werden immer mit Druck spielen, unsere ganze Karriere über. Wir haben letztes Jahr auch mit Druck gespielt. Das Wichtigste ist, dass wir das genießen, dass es uns immer Spaß macht, besonders auf so einer Bühne. Wir müssen einfach unser bestes Eishockey zeigen und als Mannschaft alles geben und positiv bleiben.“

… zu WM-Turnier in Kanada

„In Kanada eine WM zu spielen, ist für jeden etwas Besonderes und die Vorfreude ist riesengroß – vor allem, weil Kanada das Eishockeyland ist und jeder hier auf diese WM schaut.“

… zu Ottawa Senators

„Ich denke, dass wir in Ottawa in den nächsten Jahren eine sehr gute Mannschaft sein können, sie haben viele gute junge Spieler, viele Prospects in ihren Reihen. Den Weg, den sie ebnen, das ist meiner Meinung nach ein sehr guter Weg. Ich kann es kaum erwarten, dann dort auch irgendwann zu spielen.“

… Zeitplan nach der WM

„Das weiß ich noch nicht, ich habe noch keinen Vertrag bei Ottawa unterschrieben. Stand jetzt geht es nach Mannheim, viel mehr kann ich dazu nicht sagen: nur, dass es mein Ziel ist, dass ich nächstes Jahr in Ottawa spiele.“

… zu Tagesablauf während der Quarantäne

„Das ist so gut wie jeden Tag ähnlich. Wir frühstücken um 8 Uhr, haben dann um 9 Uhr ein Meeting mit einem Mentaltrainer und besprechen unsere Ziele und alles drumherum. Dann folgt unser erstes Workout, da machen wir viel mit unserem eigenen Körpergewicht und Bändern und fahren viel auf dem Rad. Danach haben wir Freizeit und dann haben wir nochmal ein Training, bei dem wir auch viele Intervalle auf dem Rad fahren. Dann folgt abends nochmal ein Meeting mit der Mannschaft und sonst abends Freizeit.“

… zu seiner Verletzung

„Solange man noch kein Spiel gemacht, merkt man es immer. Aber die Hand fühlt sich sehr gut an, es ist alles gut verheilt, ich kann mich nicht beklagen. Ich freue mich auf das erste Spiel und kann es kaum erwarten, mit den Jungs wieder aufs Eis zu gehen.“

… zu Spielposition bei der U20 und später in Ottawa

„Ich kann alle drei Positionen spielen, das macht keinen großen Unterschied. Ich bin da sehr flexibel einsetzbar. Ich werde bei der U20 zwischen Center und linker Flügel wechseln, für die Reihenkombinationen ist es noch zu früh. In Ottawa bin ich als Center eingeplant, um mich heranzuführen, wäre es aber auf der Außenposition einfacher. Da hatten wir schon viele Gespräche, auf jeden Fall planen sie mit mir für das nächste Jahr. Man wird sehen, wie es am Ende ausgeht. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, irgendwann Center in der NHL zu spielen.“

… zu Fragen an Leon Draisaitl bei dessen Besuch in einem virtuellen Teammeeting

„Die Jungs waren relativ schüchtern, aber der Leon hat mir danach nochmal geschrieben und mir gesagt, dass wir uns jederzeit bei ihm melden können. Wir haben uns natürlich total gefreut, ihn zu sehen und das war auch eine super coole Geste von ihm.“

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